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Dezember 2019

INHALTSVERZEICHNIS

BREAKING NEWS
Neue Kommission will beim Klimaschutz keine Zeit verlieren

NEUES VON LANDBELL GROUP
Neue Webseite zum Landbell Group-Whitepaper
Landbell erfüllt höhere Recyclingvorgaben des neuen Verpackungsgesetzes
ERP Irland für Öffentlichkeitsarbeit ausgezeichnet
Landbell Group auf edie Sustainability Leaders Forum 2020

WER IST WER BEI LANDBELL GROUP 
Interview mit Raffaela David, Head of Marketing & PR

TAKE BACK
WEEE Open Scope: Überblick über nationale Umsetzungen und praktische Herausforderungen
Fokus auf... Kolumbien
Bundesregierung beschließt Verbot von Plastiktüten
Neue Nachweispflichten für Lithiumbatterien und -zellen

CIRCULAR ECONOMY
Steigende Recyclingquoten für Getränkedosen und -kartons
München soll „zero waste city“ werden

CHEMICAL CONTROL
Titandioxid-Klassifizierung stößt auf Widerstand im Europäischen Rat
ECHA startet Konformitätsprüfungen von bedenklichen Stoffen in REACH-Dossiers
Vorschlag für neue CoRAP-Stoffe

SOFTWARE UND TECHNOLOGIE
Entwicklung eines automatischen Abfallsammel- und Vorsortiersystems

NEUE STUDIEN UND BERICHTE
Europäer würden mehr Geld für weniger Kunststoffverpackungen zahlen

INNOVATIONEN UND VORREITER
Interview mit Noelia Marquéz und Patricia Aymà, Mitgründer und CEO bzw. CTO von VEnvirotech, einem der Finalisten des Green Alley Award 2019
Interview mit Alexander Cotte, Gründer von LivingPackets, einem der Finalisten des Green Alley Award 2019

TERMINE


Neue Kommission will beim Klimaschutz keine Zeit verlieren

Mit einem Monat Verzögerung hat die neue Europäische Kommission am 1. Dezember ihre Arbeit aufgenommen. Eines der wichtigsten Projekte der neuen Legislaturperiode ist der „Green Deal“, mit dem Europa bis zum Jahr 2050 als erster Kontinent klimaneutral werden soll. Nach Auskunft der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen soll der Plan bereits am 11. Dezember vorgelegt werden und konkrete Maßnahmen für die nächsten fünf Jahre enthalten.

Ein Schwerpunkt des „Green Deals“ dürfte das Thema Kreislaufwirtschaft sein. So soll unter anderem ein neuer Aktionsplan erarbeitet werden, der vom Umfang her noch einmal deutlich ambitionierter als sein Vorgänger aus der vergangenen Legislaturperiode ausfallen soll. Als wahrscheinliche Maßnahmen gelten unter anderem eine Überarbeitung der Ökodesign-Vorschriften oder eine Verstärkung der Kreislaufwirtschaft in Sektoren wie der Textilindustrie oder dem Bauwesen. Aufgenommen werden könnten aber auch solche Maßnahmen, wie sie jüngst vom Rat der Europäischen Union vorgeschlagen wurden. Dieser hatte die Europäische Kommission unter anderem aufgefordert, das Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung zu stärken und die geplante Novelle der Batterierichtlinie zügig umzusetzen.

Die neue Europäische Kommission bestehend aus Ursula von der Leyen und ihrem 26-köpfigen Kabinett war am 27. November offiziell vom Europäischen Parlament bestätigt worden.


Neue Webseite zum Landbell Group-Whitepaper

Landbell Group hat eine neue Webseite rund um das kürzlich veröffentlichte Whitepaper zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft aufgesetzt. Genau wie das Papier zeigt die Webseite die bisherigen Erfolge im Bereich Kreislaufwirtschaft auf, benennt die vor uns liegenden Herausforderungen und gibt politische Handlungsempfehlungen, wie der Übergang in eine Kreislaufwirtschaft am besten erreicht werden kann.

Das Landbell Group-Whitepaper trägt den Titel „Innovative and sustainable: Transitioning Europe towards a circular economy“ und wurde im September veröffentlicht (siehe hier). Es kann auf der neu eingerichteten Webseite heruntergeladen werden.

Hier gelangen Sie zur Webseite

Landbell erfüllt höhere Recyclingvorgaben des neuen Verpackungsgesetzes

Das zu Landbell Group gehörende duale System Landbell wird in diesem Jahr die Vorgaben des neuen Verpackungsgesetzes erfüllen. Die vorgegebenen Recyclingquoten werden trotz deutlich gestiegener Anforderungen für alle Materialfraktionen erreicht. Dafür hat Landbell bereits kurz nach Veröffentlichung des neuen Regelwerks die entsprechenden Vorkehrungen getroffen.

„Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und die Erfüllung der vertraglichen Pflichten gegenüber unseren Kunden sind für uns die Grundlage unseres Handelns. Ein Geschäftsmodell, welches den bewussten Verstoß gegen die Quoten einkalkuliert oder billigend in Kauf nimmt, ist für die Landbell Group vollkommen inakzeptabel“, sagt Jan-Patrick Schulz, CEO der Landbell Group. „Auch wenn die gestiegenen Quoten des Verpackungsgesetzes für alle Beteiligten eine große Herausforderung darstellen, bestand die Zeit, sich darauf vorzubereiten. Landbell hat rechtzeitig die notwendigen Weichen gestellt und bei seiner sorgfältigen Planung auch die üblichen Mengen- und Stoffstromänderungen auf Kundenseite berücksichtigt.“ Dabei helfe auch, dass die Landbell Group schuldenfrei sei, über eine sehr gute Eigenkapitalquote verfüge und auf ein langfristiges und nachhaltiges Geschäftsmodell ausgerichtet sei.

Herstellern und Vertreibern systembeteiligungspflichtiger Verpackungen wird vor dem Hintergrund des neuen Verpackungsgesetzes dringend empfohlen, ihren dualen Systempartner nach sorgfältiger Prüfung zu wählen, um die Konformität mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu gewährleisten und damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sowie den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden.

Für mehr Informationen zum Verpackungsgesetz kontaktieren Sie uns bitte

ERP Irland für Öffentlichkeitsarbeit ausgezeichnet

In den letzten zwei Monaten hat das zu Landbell Group gehörende Unternehmen ERP Irland gleich zwei Auszeichnungen für seine Öffentlichkeitsarbeit erhalten.

Im Rahmen der Chambers Ireland CSR Awards 2019 im Oktober wurde ERP Irland für seine Kampagne „Batteries for Barretstown“ die Auszeichnung „Excellence in CSR Communication“ verliehen. ERP Irland und die Kinderhilfsorganisation Barretstown hatten die Initiative „Batteries for Barretstown“ gemeinsam ins Leben gerufen mit dem Ziel, Menschen vor Ort über die Bedeutung des Batterierecyclings aufzuklären und die Anzahl der über die ERP-Sammelstellen recycelten Batterien zu erhöhen. Die Initiative generiert zudem dringend benötigte finanzielle Unterstützung für Barretstown. Die Kinderhilfsorganisation organisiert spezielle Camps und Programme für Kinder mit besonders schweren Krankheiten.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Zusammenarbeit zwischen ERP Irland und dem Castletroy College. Im Rahmen der Pakman Awards 2019 erhielt das gemeinsame Bildungsprojekt E-Mining@School die Auszeichnungen „Battery Champion“ und „Environmental Education & Awareness Initiative“. Das von Lehrern geleitete Projekt entwickelt hochwertige Unterrichtsmaterialien, die Sekundarschülern die Bedeutung des Recyclings von Elektroschrott vermitteln sollen.

Martin Tobin, CEO von ERP Irland, freut sich über die Anerkennung: „Diese Auszeichnungen zeugen von der großartigen Arbeit, die wir hier in Irland leisten. Mit dieser Arbeit versuchen wir Initiativen zu entwickeln und umzusetzen, die innovativ und sinnvoll sind und die uns letztlich dabei helfen, unsere Ziele zu erreichen. Ich bin sehr stolz auf mein Team“.


Landbell Group auf edie Sustainability Leaders Forum 2020

Landbell Group wird am 4. und 5. Februar 2020 am edie Sustainability Leaders Forum in London teilnehmen. Die Veranstaltung ist die einzige zum Thema Nachhaltigkeit im Vereinigten Königreich, die Entscheider aus den einflussreichsten Unternehmen der Welt sowie Klimaexperten, Politiker, NGOs und Investoren zusammenbringt. Der Zweck der Veranstaltung ist klar: die Geschäftswelt für immer zu verändern.

John Redmayne, Geschäftsführer der zu Landbell Group gehörenden ERP UK, wird am zweiten Tag der Konferenz zum Thema "Die regenerative Alternative: Die Kreislaufwirtschaft beschleunigen" sprechen. John wird insbesondere darüber diskutieren, wie Rücknahmesysteme und Digitalisierung zur Kreislaufwirtschaft beitragen können.

Um sich für die Veranstaltung anzumelden, klicken Sie bitte hier. Für Anmeldungen vor dem 12. Dezember gibt es einen Rabatt.


Interview mit Raffaela David, Head of Marketing & PR

Was ist Ihre Aufgabe bei Landbell Group?
Als Head of Marketing & PR bin ich verantwortlich für alle Kommunikationsaktivitäten der Landbell Group. Unser Ziel ist es, die Marke und ihre Positionierung zu stärken und sie wahrnehmbar und erlebbar machen, nach innen wie nach außen. Dazu entwickeln wir Kommunikationskonzepte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Eine besondere Rolle spielt dabei die Präsenz von Landbell Group als Marke in digitalen Kanälen, angefangen von der eigenen Website über LinkedIn als wichtigem Social Media-Kanal für B2B bis hin zu diesem Newsletter, unserem Environmental Compliance Report. Im Zusammenhang mit dem Vertriebssupport sind darüber hinaus klassische Kommunikationsmittel und Veranstaltungen wichtig. Ein besonderes Event-Highlight ist ganz klar unser Green Alley Award, den wir als Europas ersten Start up-Preis der Kreislaufwirtschaft einmal im Jahr vergeben – und das seit nun schon 6 Jahren.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen?
Wir sind ein globaler Anbieter von Umwelt- und Chemikalien-Compliance. Wir vermarkten damit also keine materiellen Produkte, die Menschen sehen und „greifen“ können. Die Aufgabe für uns ist, unsere Marke und ihr Leistungsportfolio dennoch für Menschen leicht verständlich darzustellen und deren Relevanz für Unternehmen deutlich zu machen. Dabei ist es heute wichtiger denn je, klare Botschaften mit Wert zu kommunizieren. Wir Menschen sind mittlerweile in unserem Alltag konfrontiert mit einer enorm großen Vielzahl von Themen, Produkten bzw. Services und Kanälen. Die Herausforderung ist also: Wie schaffen wir es, die Menschen anzusprechen und wirklich zu erreichen? Sie auf uns aufmerksam zu machen und das zu vermitteln und mitzugeben, was für sie wichtig ist? Das gilt für die externe Kommunikation genauso wie für die interne.

Wie sind Sie zur Landbell Group gekommen?
Ich habe mich seit jeher für das „magische Dreieck“ aus Marketing-Dienstleistung-Innovation interessiert und dementsprechend immer im Marketing von Dienstleistungsunternehmen gearbeitet, die einen hohen Neuheitsgrad hatten – für den Markt und/oder für mich. Zunächst waren das Dienstleister in B2C-Märkten, dann bin ich in die B2B-Welt gewechselt. Nach der Vermarktung von Dienstleistungen, bei denen auch materielle Komponenten eine große Rolle spielen, bin ich schließlich in den Bereich der Professional Services gegangen und bei Landbell Group gestartet. Was mich sehr gefreut hat. Denn zum einen ist für mich die Arbeit in diesem internationalen Team – wir sind 300 Mitarbeiter aus 32 Nationen – eine absolute Bereicherung. Und zum anderen verfolgt das Unternehmen mit seinen Rücknahmesystemen in 15 Ländern und verbundenen Beratungsleistungen das Ziel, den Übergang in eine Circular Economy zu beschleunigen – Neuland und Zukunftsthema nicht nur für mich, sondern für sehr viele Unternehmen…

Was tun Sie in Ihrem Privatleben für die Umwelt?
Mülltrennung war für mich schon vor meiner Tätigkeit bei Landbell Group eine Selbstverständlichkeit. Was jetzt noch tatsächlich aber auch mehr und mehr hinzu kommt: Ich werde zunehmend zu einer „Botschafterin“ und nutze jede Gelegenheit, um die Menschen dabei zu unterstützen zu verstehen, dass das eine wichtige Maßnahme ist. In meinem Wohnviertel, auch wenn in der vermeintlichen „Anonymität“ der Großstadt, unterstützen wir alle zudem das Motto „Verschenken statt wegschmeißen“ und setzen auf das Fahrrad statt das Auto. Und es reift und greift bei mir die Haltung einer geänderten Konsumhaltung, d.h. ich kläre mit der entsprechenden Bewusstheit für mich, ob ich etwas wirklich brauche oder eben doch nicht, auf was ich verzichte oder was sich im Sinne des „Upcycling“ schön weiterverwerten lässt.


WEEE Open Scope: Überblick über nationale Umsetzungen und praktische Herausforderungen

Der offene Anwendungsbereich („open scope“) der Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) ist seit über einem Jahr in Kraft. Landbell Group hat das einjährige Jubiläum zum Anlass genommen, zu untersuchen, wie die Richtlinie in den einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt wurde und welche neuen Herausforderungen sie insbesondere für Hersteller mit sich bringt. Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung hat Sabrina Zanin, Global Key Account Manager bei Landbell Group, auf der gerade stattgefundenen E-Waste World Conference in Frankfurt vorgestellt.

Die nationalen Umsetzungen der Richtlinie unterscheiden sich vor allem bezüglich des jeweiligen Zeitpunkts des Inkrafttretens und bezüglich der sogenannten Unterkategorien, die zusätzlich zu den sechs vorgegebenen Hauptkategorien definiert werden können. Abweichungen gibt es unter anderem in Bulgarien, Ungarn, Norwegen, Polen und Slowenien, wo der neue Anwendungsbereich bereits seit dem 1. Januar 2018 und nicht erst seit dem 1. August 2018 gilt. Dagegen setzte das Vereinigte Königreich die Vorgaben erst zu Beginn dieses Jahres um.

Für Hersteller bringt der offene Anwendungsbereich einige Änderungen mit sich, etwa hinsichtlich des Berichtswesens. Außerdem kann es vorkommen, dass Produkte eines Herstellers neuerdings unter die Richtlinie fallen, die bisher davon ausgenommen waren. Insbesondere Hersteller, die sich noch gar nicht mit den Vorgaben auseinandergesetzt haben, sollten intensiv prüfen, ob eines ihrer Produkte vom neuen Anwendungsbereich betroffen ist.

Die neuen Anforderungen der WEEE-Richtlinie: Übersicht für Hersteller (auf Englisch)
Für weitere Informationen und Unterstützung zum offenen Anwendungsbereich kontaktieren Sie uns bitte

Fokus auf... Kolumbien

Kolumbien ist Vorreiter bei der Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Südamerika. Mit entsprechenden Gesetzen zu Batterien, Verpackungen und Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE) ist es eines derjenigen Länder, die die größten Fortschritte bei bezüglich EPR auf dem Kontinent gemacht haben.

Für alle drei Abfallströme besteht die Pflicht zur Aufstellung eines Managementplans. Dieser muss dem Umweltministerium vorgelegt werden, welches den Plan überprüft und genehmigt (oder diese Aufgabe an eine andere Organisation delegiert). Jedes der drei Gesetze legt genau fest, wie der Managementplan erstellt werden und welche anderen Pflichten der Hersteller einhalten muss.

Jeder Hersteller, der seine Produkte in Kolumbien verkaufen will, muss diese Pflichten entweder über einen Alleinvertreter oder über die Gründung einer Niederlassung vor Ort erfüllen. Obwohl die Regelungen vergleichsweise fortgeschritten sind, bedürfen einige Details noch genauerer Definitionen, z.B. die Kategorien, in die Elektroaltgeräte unterteilt werden. Diese und andere Spezifikationen werden aktuell im politischen Raum diskutiert.

Für weitere Informationen und Unterstützung zu ERP weltweit kontaktieren Sie uns bitte

Bundesregierung beschließt Verbot von Plastiktüten

Das geplante Verbot von leichten Kunststofftragetaschen in Deutschland hat eine weitere Hürde genommen. Am 6. November hat die Bundesregierung eine entsprechende Änderung des Verpackungsgesetzes beschlossen. Der Bundestag muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen.

Das Verbot soll Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von weniger als 50 Mikrometern umfassen und sechs Monate nach der Verkündung in Kraft treten. Ausgenommen werden sollen sehr leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von weniger als 15 Mikrometern, die typischerweise für die Verpackung und den Transport von stückweise angebotenem Obst und Gemüse verwendet werden.

Hintergrund des geplanten Verbots sind die Bestrebungen der Bundesregierung, die Kunststoffabfälle in Deutschland zu verringern. Trotz einer freiwilligen Selbstvereinbarung des Handels werden nach wie vor pro Kopf und Jahr 20 Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern verbraucht.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte

Neue Nachweispflichten für Lithiumbatterien und -zellen

Hersteller, Importeure und Inverkehrbringer von Lithiumbatterien müssen ab dem 1. Januar 2020 bestätigen, dass die Zellen bzw. Batterien die UN-Testserie 38.3 erfolgreich bestanden haben. Zudem müssen sie neuerdings eine umfangreiche UN 38.3-Prüfzusammenfassung vorlegen. Bei Zellen bzw. Batterien, die bereits in Geräten verbaut sind, muss der Gerätehersteller diese Plicht übernehmen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Produktionsreihe nicht von minderer Qualität ist und kein Risiko bei der Beförderung besteht. Versender von Lithiumbatterien müssen von ihrem Lieferanten eine Bestätigung der Zusammenfassung für Tests nach UN 38.3 anfordern.

Die neuen, weltweit anzuwendenden Anforderungen sind Folge der seit 1. Januar 2019 geltenden neuesten Ausgabe des „Handbuches Prüfungen und Kriterien“ der Vereinten Nationen (Amendment 1), in der Kriterien für den Test von Lithiumzellen bzw. -batterien festgelegt sind. Diese Tests simulieren Transportbedingungen wie Druck, Temperatur, Quetschung, Aufprall etc. Das Bestehen dieser Tests ist Voraussetzung für die Beförderung von Lithiumzellen bzw. -batterien.

Ab dem kommenden Jahr müssen die Informationen zum bestandenen UN 38.3-Test ausführlich dokumentiert und den Anwendern in der Prüfungszusammenfassung für Tests nach UN 38.3 zur Verfügung gestellt werden. Damit ist die heute pauschale Bestätigung „Der UN 38.3 Test wurde erfolgreich bestanden“ nicht mehr ausreichend.

Das "Handbuch Prüfungen und Kriterien" finden Sie hier (auf Englisch).
Für weitere Informationen und Unterstützung zum Thema Lithiumbatterien, kontaktieren Sie uns bitte.

Steigende Recyclingquoten für Getränkedosen und -kartons

Langsam, aber sicher steigen die Recyclingquoten für Getränkeverpackungen in der Europäischen Union. Die Alliance for beverage cartons and the environment (ACE) hat Zahlen veröffentlicht, nach denen Getränkekartons im Jahr 2018 eine Recyclingquote von 49% erreicht haben. Auch wenn der Anstieg gegenüber dem Vorjahr nur einen Prozentpunkt beträgt, konnten doch einige Fortschritte erzielt werden. Gleichzeitig ist die Recyclingquote für Aluminiumdosen von 2016 auf 2017 um 2,3 Prozentpunkte auf 75,4% gestiegen.

Vor allem das Recycling von Aluminiumdosen trägt erheblich zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei. Beim Recycling von Aluminium werden 95% weniger Energie verbraucht als bei der Herstellung; zudem fallen nur 5% der Treibhausgasemissionen an. Die ACE will mit einer neuen viermonatigen Öffentlichkeitskampagne an die höheren Recyclingquoten für Getränkekartons anknüpfen.


München soll „zero waste city“ werden

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat angekündigt, die Stadt in eine „zero waste city“ zu verwandeln. Ziel ist es, bis 2025 sämtliche Einweg-Kunststoffe zu verbannen. Im vergangenen Frühjahr hatte sich Reiter im Rahmen des „Munich Future Dialogue“ mit dem renommierten Experten Dr. Henning Wilts vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie getroffen, um eine umfassende Abfallstrategie für die Stadt zu entwickeln. Ergebnisse und Ziele wurden dann Ende Oktober in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Münchner Rathaus vorgestellt.
Der Vorschlag beinhaltet unter anderem folgende Maßnahmen:
  • Nachhaltige öffentliche Beschaffung
  • Verringerung des Kunststoffverbrauchs in städtischen Einrichtungen
  • Veränderung des Verbraucherverhaltens für eine geringere Abhängigkeit von Kunststoffen
  • Verringerung von Einwegkunststoffartikeln
Die Stadt prüft zudem die Einführung eines speziellen Qualitätslabels, anhand dessen Verbraucher besonders ressourceneffiziente Unternehmen erkennen können. Damit sollen zusätzliche Anreize für freiwillige Maßnahmen zur Ressourcenschonung geschaffen werden.

München ist nicht die einzige deutsche Stadt mit „zero waste“-Ambitionen. Kiel hat bereits erste Schritte unternommen, um Mitglied der von der Europäischen Union unterstützten Initiative Zero Waste Europe zu werden.


Titandioxid-Klassifizierung stößt auf Widerstand im Europäischen Rat

Der Plan zur Einstufung von Titandioxid als krebserregend stößt auf Widerstand bei einigen Mitgliedstaaten. Sowohl Deutschland als auch die Tschechische Republik haben den Plan im Rat der Europäischen Union abgelehnt. Darüber hinaus wurde eine Verlängerung der bis zum 4. Dezember laufenden Frist beantragt, um weiteren Ländern Zeit für etwaige Einwände zu geben.

Derartige Einwände in dieser Phase des Prozesses sind ungewöhnlich, da es zur Aufhebung eines von der Europäische Kommission erlassenen Rechtsakts eine Mehrheit der Mitgliedstaaten braucht. Das Gesetz kann während dieser Phase nicht geändert werden, und ein Aufschub würde sich auf alle derzeit untersuchten Stoffe auswirken.

Es laufen Gespräche darüber, ob nun zügig eine Entscheidung getroffen werden oder ob die Einspruchsfrist bis zum 4. Februar verlängert werden soll. Eine Verlängerung würde weiteren Staaten, insbesondere in Osteuropa, die Möglichkeit eröffnen, dem Beispiel Deutschlands und der Tschechischen Republik zu folgen.

Titandioxid ist in einer Reihe von Konsumgütern wie Farben, Kunststoffen, Kosmetika, Lebensmitteln und Arzneimitteln enthalten und weit verbreitet. Industrievertreter haben sich immer wieder gegen die geplante Klassifizierung ausgesprochen und argumentiert, dass diese erhebliche negative Auswirkungen auf das Recycling hätte (siehe hier).

Für weitere Informationen zu diesem Thema kontaktieren Sie uns bitte.

ECHA startet Konformitätsprüfungen von bedenklichen Stoffen in REACH-Dossiers

Im nächsten Jahr starten die Konformitätsprüfungen der REACH-Dossiers für Nanoformen. Der Schwerpunkt wird dabei zunächst auf den Stoffen liegen, die als bedenklich eingestuft sind. Unternehmen haben bis zum 1. Januar Zeit, um weitere Informationen für alle REACH-Dossiers zu Nanoformen in der Europäischen Union zur Verfügung zu stellen.

Die REACH-Anhänge wurden im vergangenen Jahr geändert, um detailliertere Informationen über Nanoformen und über deren mögliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zu berücksichtigen. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat zwar zugegeben, dass der Zeitrahmen eine Herausforderung darstellt, gleichzeitig aber klargestellt, dass „die gesetzliche Frist gesetzt ist und eingehalten werden muss“.

Die ECHA plant die Veröffentlichung eines Leitfadens zu Nanoformen, der den betroffenen Unternehmen dabei helfen soll, die neuen Anforderungen bis Ende 2019 zu erfüllen. Darüber hinaus sind Webinare sowie Einzelsitzungen für Unternehmen geplant.

Für weitere Informationen zu diesem Thema kontaktieren Sie uns bitte.

Vorschlag für neue CoRAP-Stoffe

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat 74 neue Stoffe vorgeschlagen, die zwischen den Jahren 2020 und 2022 im Rahmen des fortlaufenden Aktionsplans der Gemeinschaft (CoRAP) bewertet werden sollen.

Vierzehn Stoffe sind für die Bewertung in 2020 geplant, weitere 60 Stoffe für 2021 und 2022. Die anfänglichen Bedenken beziehen sich auf PBT-Eigenschaften, vermutete endokrine Disruption oder krebserregende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften in Kombination mit einer weit verbreiteten Verwendung oder Verwendung beim Verbraucher. Die meisten der im nächsten Jahr zu bewertenden Chemikalien sind potenzielle endokrine Disruptoren.

Nachdem der Ausschuss der Mitgliedstaaten zu dem Vorschlag Stellung bezogen hat, wird ECHA im März 2020 die Aktualisierung des CoRAP für 2020-2022 verabschieden und veröffentlichen. Im Anschluss haben die Mitgliedstaaten ein Jahr Zeit zur Vorbereitung des Entscheidungsentwurfs, mit dem von den Registranten weitere Informationen zur Klärung möglicher bei der Bewertung festgestellter Bedenken angefordert werden können.

Die vollständige Liste der vorgeschlagenen Stoffe finden sie hier.
Für weitere Informationen zu CoRAP kontaktieren Sie uns bitte.

Entwicklung eines automatischen Abfallsammel- und Vorsortiersystems

Ein neues Projekt des Fraunhofer IWKS und des Beratungsunternehmens envitec-k will das Recycling von Haus- und Siedlungsabfällen verbessern und die ineffizienten Sortierprozesse optimieren. Mit dem sogenannten Automatischen Abfallsammel- und Vorsortiersystem (AWCPSS) kann die Sortierung und Klassifizierung von Abfällen direkt in die Wohngebiete verlagert werden, wo es den Inhalt der entsorgten Abfälle analysiert und die Ergebnisse direkt an den Verbraucher zurückmeldet. Dieser kann dann über eine App erkennen, ob eine unsachgemäße Sortierung durchgeführt wurde oder ob recycelte Materialien mit anderen Abfallarten vermischt sind.

Das neue Abfallsortierprogramm ist das erste seiner Art. Es ist stark auf die Entwicklung neuer Sensoren und Strategien zur schnelleren Klassifizierung und Informationsweitergabe der Abfälle angewieseb. Für die Zukunft wären sogar Erweiterungen wie ein Bonusprogramm oder eine direkte Kostenerstattung an die Verbraucher denkbar.

Die erste Phase des AWCPSS-Projekts soll vier Monate dauern. Der erste operative Einsatz ist für Shanghai geplant.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Europäer würden mehr Geld für weniger Kunststoffverpackungen zahlen

Eine neue Studie hat ergeben, dass 62% aller Europäer bereit wären, mehr Geld für Lebensmittel zu zahlen, wenn diese mit weniger Kunststoffverpackungen auskämen. Die gleiche Studie ergab, dass sich 91% der Befragten bei der Wahl zwischen zwei gleichwertigen Artikeln für denjenigen mit weniger Kunststoff entscheiden würden.

Im Rahmen der vom Verpackungsunternehmen DS Smith durchgeführten Studie wurden 3.395 Personen in Belgien, Deutschland, Polen und dem Vereinigten Königreich befragt. 86% der Befragten nannten das Thema Umwelt als die größte Herausforderung unserer Gesellschaft; für sieben von zehn Befragten sind Kunststoffabfälle die Hauptverursacher hierfür.

Erfreuliches Ergebnis: 59% der Befragten gaben an, dass sie mehr recyceln als noch vor fünf Jahren. Als wichtige Treiber für die höhere Aufmerksamkeit für das Thema Kunststoffabfälle wurden die erhöhte Medienpräsenz (30%) und die Entsorgung von Kunststoffabfällen in den Geschäften (26%) genannt.

Weitere Informationen zu der Untersuchung finden Sie hier.

Interview mit Noelia Marquéz und Patricia Aymà, Mitgründer und CEO bzw. CTO von VEnvirotech, einem der Finalisten des Green Alley Award 2019

„Biokunststoffe sind sicher und genau das, was die Umwelt von uns erwartet.“

VEnvirotech ist einer der Finalisten des diesjährigen Green Alley Awards. Am 17. Oktober nahm es an der Preisverleihung in Berlin teil, um sich mit fünf anderen Start-ups aus dem Bereich Kreislaufwirtschaft zu messen. Das Biotech-Start-up produziert Polyhydroxyalkanoat (PHA)-Biokunststoffe aus Bakterien. Die Bakterien werden mit organischen Abfällen aus landwirtschaftlichen Betrieben gefüttert, so dass ihr Biokunststoff zu 100% biobasiert ist.

Die Suche nach nachhaltigen Alternativen zu konventionellen Kunststoffen erfordert innovatives Denken und Unternehmergeist. Noelia Marquéz erklärt, wie die Idee für VEnvirotech entstanden ist: „Die Idee ist durch eine Studie an der Universität Barcelona entstanden, an der ich teilgenommen habe. Dabei untersuchte ich die Auswahl von Bakterien, die in der Lage sind, eine Energiereserve zu bilden, die die gleichen Eigenschaften aufweist wie Kunststoff auf Benzinbasis, also letztlich das, was wir Biokunststoff nennen. Dieser Biokunststoff konnte dann aus den Bakterien extrahiert werden und in einen organischen und biologisch abbaubaren Kunststoff formuliert werden. Ich dachte, die Technologie sei robust, einfach und brauche ein starkes Geschäftsmodell, um sie weiter zu entwickeln.“

Zukunftspläne

Gerade hat VEnvirotech das Unternehmen Nestlé als Kunden gewinnen können. Aktuell liefen weitere Schritte zum Ausbau der Biokunststoffproduktion, erklärt Patricia Aymà: „Wir müssen unseren Extraktionsprozess für Biokunststoffe auf einem industriellen Maßstab heben, um die Marktnachfrage nach diesem Produkt zu erfüllen. Im Moment haben wir unsere portable Technologie bereits in der realen Umgebung eines spanischen Lebensmittelunternehmens überprüft, aber unser Extraktionsverfahren für Biokunststoffe befindet sich immer noch im Labormaßstab. Dieser nächste Schritt ist für uns ein großer, denn verschiedene Kunden werden damit anfangen, das organische Abfallmanagementsystem zu nutzen, und wir wollen die gesamte Menge an Biokunststoffen, die direkt in diesen Anlagen produziert wird, zurückgewinnen.“

Weitere Informationen zum Green Alley Award finden Sie hier.
Weitere Informationen zu VEnvirotech finden Sie hier.