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November 2019

INHALTSVERZEICHNIS

NEUES VON LANDBELL GROUP
Green Alley Award 2019: And the winner is ... Gelatex Technologies!
Landbell Group spricht auf E-Waste World Conference 2019

WER IST WER BEI LANDBELL GROUP 
Interview mit Kamila Horak, Head of Operations im Vereinigten Königreich

TAKE BACK
Neue Berechnungsmethode für WEEE-Recyclingraten
Neues zur EPR-Richtlinie der Europäischen Kommission
Überprüfung der britischen WEEE-Vorschriften
Fokus auf... Singapur


CIRCULAR ECONOMY
Designierter Kommissar berichtet über neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft
Europäischer Rat fordert mehr Anstrengungen bei Kreislaufwirtschaft
Circular Plastics Alliance will mehr recycelten Kunststoff einsetzen

CHEMICAL CONTROL
ECHA plant neue Datenbank zur Nachverfolgung gefährlicher Stoffe
Frist für Benachrichtigung an Giftnotzentralen verschiebt sich

SOFTWARE UND TECHNOLOGIE
Neue Initiative will Kunststoffrecycling mit Hilfe des Produktdesigns verbessern

NEUE STUDIEN UND BERICHTE
Studie rät von weiteren Stoffbeschränkungen in RoHS-Richtlinie ab

INNOVATIONEN UND VORREITER
Interview mit Gelatex Technologies, Gewinner des Green Alley Award
Interview mit dem Finalisten des Green Alley Award, Flustix

TERMINE


Green Alley Award 2019: And the winner is ... Gelatex Technologies!

Gelatex Technologies hat den Green Alley Award 2019 gewonnen. Beim Finale am 17. Oktober überzeugte das Start-up die Jury mit ihrem fünfminütigen Live-Pitch auf der Bühne. Ihr Produkt: eine umweltfreundliche Alternative zu Leder, die aus hochwertigen Gelatine-Abfällen der Fleisch- und Lederindustrie hergestellt wird.

Jan Patrick Schulz, CEO von Landbell Group, zeigt sich sehr zufrieden mit dem diesjährigen Gewinner: „Wir haben Gelatex Technologies den Green Alley Award verliehen, weil sie eine umweltfreundliche Alternative zu Leder entwickelt haben – ein Material, das in der Textil- und Automobilindustrie weit verbreitet ist. Die Herstellung eines neuen Produkts aus einem Abfallprodukt entspricht voll und ganz der Idee der Kreislaufwirtschaft und verdient daher die Auszeichnung.“

Märt-Erik Martens, CTO von Gelatex Technologies, erklärt den Mehrwert der Idee: „Mit Gelatex möchten wir eine Alternative zu Leder anbieten, die sowohl umweltfreundlich als auch kostengünstiger ist“, sagt er. „Der Green Alley Award bestätigt unseren grünen Ansatz: Nachhaltigkeit spielt eine Schlüsselrolle in der Kreislaufwirtschaft und wir freuen uns, dass wir die Jury mit unserer Idee überzeugen konnten.“

Die Möglichkeit, Dicke und Textur anzupassen, macht Gelatex sowohl für die Textil- als auch für die Automobilindustrie attraktiv. Das Startup-Team bestehend aus dem Gründer und CEO Mari-Ann Meigo Fonseca, dem CTO Märt-Erik Martens und Fertigungsleiter Robert Männa plant bereits eine Zusammenarbeit mit großen internationalen Marken in diesen Bereichen.

Hier geht es zum Interview mit Gelatex
Besuchen Sie hier die Seite des Green Alley Awards

Landbell Group spricht auf E-Waste World Conference 2019

Landbell Group wird an der diesjährigen E-Waste World Conference in Frankfurt am Main teilnehmen und dort über den Fortschritt bei der Umsetzung des offenen Anwendungsbereichs der WEEE-Richtlinie berichten. Die Konferenz findet am 14. und 15. November statt und wird den Fokus auf drei wichtige Themen der Branche legen: Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit Elektroschrott, umweltfreundliche und nachhaltige Elektrogeräte sowie das Recycling von Elektrofahrzeugen und Batterien. Zu jedem der drei Themengebiete bietet das zweitägige Programm Vorträge von mehr als 25 Branchenexperten.

Die diesjährige Konferenz steht ganz im Zeichen des Klimagipfels der Vereinten Nationen in New York, bei dem sich führende Politiker der Welt getroffen haben, um gemeinsam Lösungen für die anhaltende Klimakrise zu entwickeln. Die Entwicklung nachhaltiger Elektrogeräte und wirkungsvoller Strategien zur Abfallverringerung spielen eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung des Klimawandels.

Hier gelangen Sie zur Webseite des Events

Interview mit Kamila Horak, Head of Operations im Vereinigten Königreich

Was ist Ihre Aufgabe bei Landbell Group?
Als Head of Operations der European Recycling Platform (ERP) im Vereinigten Königreich habe ich zwei Kernaufgaben. Zum einen betreue ich unsere Ansprechpartner in den Kommunen. Obwohl sie uns nicht bezahlen, sollten wir uns immer wieder daran erinnern, dass die kommunalen Behörden unsere Kunden sind: Sie versorgen uns mit dem Abfall, den wir brauchen, um die Herstellerpflichten unserer Mitglieder zu erfüllen. Zu meinem Team gehören mehrere regionale Account Manager, die unsere Verträge vor Ort betreuen. Uns ist es wichtig, dass die Kommunen mit unserem Service zufrieden sind. Deshalb versuchen wir, die Sammlung von Elektro- und Elektronikaltgeräten und Batterien an ihren Standorten zu maximieren. Darüber hinaus kümmere ich mich um unsere Lieferkette im Vereinigten Königreich und sorge dafür, dass unsere Lieferanten einen qualitativ hochwertigen und gleichzeitig kostengünstigen Service bieten. Ferner koordiniere ich die Rücknahme für unsere Hersteller und suche Sammler und Recycler aus, die unseren Ansprüchen und denen unserer Hersteller genügen.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen?
Im Alltagsgeschäft geht es vor allem darum, den Kommunen einen optimalen Service anzubieten. Das können wir aber nicht zu jedem Preis tun. Ich kümmere mich darum, dass uns unseren Lieferanten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und dass sie in der Lage sind, einen nachhaltigen Service zu bieten. Daneben muss ich mich auch mit den Herausforderungen auseinandersetzen, die durch Änderungen am gesetzlichen Rahmen entstehen. Zum Beispiel hat die jüngste Interpretation der Umweltbehörde bezüglich persistenten organischen Schadstoffen in Elektro- und Elektronikaltgeräten einen enormen Einfluss gehabt. Wir mussten hart arbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Prozesse immer noch regelkonform sind, aber wir nicht übermäßig hohe Kosten haben. Die Batteriesammlung ist ebenfalls ein Balanceakt: Wir versuchen, so viele Batterien wie möglich zu sammeln.

Wie sind Sie zur Landbell Group gekommen?
Ich habe meine Karriere im Finanzbereich begonnen, bin aber seit 1997 im Bereich erweiterte Herstellerverantwortung unterwegs. 2009 kam ich als Operations Manager für ERP in Großbritannien zum Unternehmen Geodis. Als ERP sich dafür entschied, seine Operations wieder in-house zu managen, hat mir ERP ein Angebot gemacht.

Was tun Sie in Ihrem Privatleben für die Umwelt?
Ich glaube daran, dass auch sehr kleine Änderungen eine große Wirkung entfalten können. Ich bin ein guter Recycler: Ich gehe ums Haus herum und hole Dinge aus den Mülleimern, die da nicht reingehören. Und ich fühle mich schuldig, wenn mal etwas in den falschen Mülleimer gelangt! Ich schalte Lichter und ungenutzte Geräte aus, um Energie zu sparen, und kaufe keinen Kunststoff. Ich bin ein begeisterter Stricker und habe aufgehört, mit Acryl zu stricken. Ich verwende jetzt nur Naturfasern wie Seide, Wolle, Baumwolle und Leinen.


Neue Berechnungsmethode für WEEE-Recyclingraten

Die Europäische Kommission arbeitet aktuell an einer neuen Methode zur Berechnung und Berichterstattung der Recyclingquoten für Elektro- und Elektronikaltgeräte. Ein Entwurf des Durchführungsbeschlusses wird derzeit mit den Mitgliedstaaten diskutiert und soll bis Ende des Jahres offiziell verabschiedet werden.

Hauptziel der Überarbeitung ist es, die Recyclingquoten realistischer und unter den Mitgliedstaaten vergleichbarer zu machen. Zu diesem Zweck präzisieren die neuen Bestimmungen unter anderem die Definition der „Berechnungspunkte“, also den Zuständen, ab denen die verschiedenen Bestandteile von Elektro- und Elektronikaltgeräten als „dem Recycling zugeführt“ gelten.

Für Kunststoffe ist dieser Punkt beispielsweise definiert als „durch Polymere getrennter Kunststoff, der vor dem Eintritt in Pelletisierungs-, Extrusions- oder Formgebungsvorgänge keiner weiteren Verarbeitung unterzogen wird; Kunststoffflocken, die vor ihrer Verwendung in einem Endprodukt keiner weiteren Verarbeitung unterzogen werden.“

Insgesamt sind die neuen Bestimmungen nicht nur spezifischer und standardisierter, sondern auch strenger. Für die Mitgliedstaaten könnte es zukünftig schwieriger werden, ihre Recyclingziele zu erreichen. Auf jeden Fall werden sich aber Aussagekraft und Vergleichbarkeit der Recyclingquoten deutlich erhöhen.

Neben der Änderung der Berechnungsmethode für die Recyclingquoten von Elektro- und Elektronikaltgeräten legt der Durchführungsbeschluss auch das Format fest, in dem die Mitgliedstaaten ihre Daten zu Elektro- und Elektronikaltgeräten an die Kommission berichten müssen.


Neues zur EPR-Richtlinie der Europäischen Kommission

Am 15. und 16. Oktober hat die Europäische Kommission zwei Stakeholder-Workshops zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) veranstaltet – einen zu Verpackungen und einen Batterien bzw. Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE). Die Ergebnisse der Workshops sollen in die EPR-Leitlinien einfließen, die die Kommission entwickelt, um die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der kürzlich überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie zu unterstützen.

Die Workshops wurden größtenteils von der Beratungsfirma Eunomia geleitet, die für die Kommission einen Bericht mit Empfehlungen für die EPR-Richtlinien und zur ebenfalls geplanten Überarbeitung der grundlegenden Anforderungen an Verpackungen erstellt. Die Workshops konzentrierten sich auf die folgenden Aspekte: gestaffelte Beteiligungsentgelte, notwendige Kosten, Gleichbehandlung sowie Freeriding und Online-Handel. Die Teilnehmer betonten insbesondere die Notwendigkeit einer Harmonisierung der Vorschriften in den Mitgliedstaaten. Eunomia wird das Feedback der Stakeholder auswerten und seinen Bericht voraussichtlich bis Ende des Jahres fertigstellen.

Das zu Landbell Group gehörende Unternehmen European Recycling Platform (ERP) nahm an beiden Workshops teil und konnte seine Erfahrungen aus dem Betrieb von 35 Herstellerverantwortungssystemen in 15 Ländern einbringen. ERP wird sich zudem an den weiteren Konsultationen beteiligen, die von der Kommission für Anfang kommenden Jahres geplant sind.


Überprüfung der britischen WEEE-Vorschriften

Das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) hat eine Überprüfung der bestehenden Vorschriften für Elektro- und Elektronikaltgeräte angekündigt. Die Pläne hierfür sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Im Rahmen der Überprüfung soll bewertet werden, ob die Vorschriften aus dem Jahr 2013 ihre Ziele erreicht haben und welche Verbesserungen notwendig sind.

Graeme Vickery, Senior Policy Advisor bei DEFRA, erklärte, dass das Vereinigte Königreich die Sammelvorgaben der Europäischen Union für Elektro- und Elektronik-Altgeräte voraussichtlich zum ersten Mal verfehlen wird. Damit sei das Land laut Vickery aber keinesfalls allein: „Das ist kein spezifisches britisches Problem. Anderen EU-Ländern, mit denen wir sprechen, ergeht es da ähnlich.“

Die europäische WEEE-Richtlinie sieht für das Jahr 2019 eine Erhöhung der Sammelziele für Elektro- und Elektronik-Altgeräte von 45% auf 65% vor, gemessen am Gewicht der neu auf den Markt gebrachten Produkte. Alternativ erlaubt die Richtlinie, 85% der anfallenden Elektro- und Elektronik-Altgeräte zu sammeln. Die britischen Zielvorgaben waren bereits in den letzten zwei Jahren verfehlt worden und es muss nach wie vor viel getan werden, um mit den steigenden Zielen Schritt zu halten.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns

Fokus auf... Singapur

Die Etablierung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Elektro- und Elektronikaltgeräte, Batterien und Verpackungen in Singapur hat nach der Veröffentlichung des Resource Sustainability Act am 4. Oktober 2019 einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Mit den Vorschriften wird EPR für einen geschlossenen Kreis an Elektrogeräten wie PV-Modulen, IKT-Geräten, bestimmten Haushaltsgroßgeräte, Lampen, Batterien und Elektrokleinstfahrzeugen (insbesondere E-Scooter) eingeführt – sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Gebrauch.

Es wird erwartet, dass die Umweltbehörde des Landes in den ersten Monaten des Jahres 2020 eine bestimmte Herstellerverantwortungsorganisation (PRO) auswählen und diese mit Aufgaben wie der Sensibilisierung der Verbraucher, der Sammlung von Elektro- und Elektronikaltgeräten sowie der Erreichung der Sammelziele betreuen wird. Diese PRO wird ihre Aufgaben dann voraussichtlich zum 1. Januar 2021 aufnehmen.

Hersteller der im Anwendungsbereich befindlichen Produkte müssen sich registrieren und berichten. Allerdings soll es Bagatellgrenzen geben, unterhalb derer Produzenten von der Pflicht zum Beitritt der PRO befreit sind. Die Registrierung wird im November 2019 geöffnet und die erste Berichtsperiode für das Jahr 2020 wird im ersten Quartal 2021 folgen. Die Sammelziele liegen je nach Produktkategorie zwischen 20% und 60%. Hersteller von Verpackungen und verpackten Gütern müssen sich ebenfalls im kommenden Jahr registrieren lassen. EPR für Verpackungen wird jedoch voraussichtlich erst im Jahr 2025 eingeführt.

Landbell Group wird an dem Ausschreibungsverfahren zur Auswahl des PRO teilnehmen und bietet ab sofort Unterstützung für Hersteller bei der Vorbereitung auf die kommenden Compliance-Anforderungen. So identifizieren wir die konkreten Pflichten dieser Hersteller oder unterstützen diese bei der Registrierung und bei der Erstellung der Berichte. Landbell Group bietet zudem kurze Zusammenfassungen der Herstelleranforderungen in unseren „At-a-Glance“-Broschüren sowie detailliertere Erläuterungen in unseren „In-Depth“-Broschüren (siehe Artikel).

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns

Designierter Kommissar berichtet über neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft

Virginijus Sinkevičius, der designierte neue EU-Kommissar für Umweltfragen, gab während seiner Anhörung vor dem Umweltausschuss des Europäischen Parlaments Einblicke in den neuen Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft.

Sinkevičius erklärte, er wolle „das Profil der Kreislaufwirtschaft schärfen“ und verwies auf das enorme Potenzial, das eine Kreislaufwirtschaft für die Verringerung der CO2-Emissionen biete. Der von der neuen Kommission geplante Aktionsplan wird laut Sinkevičius drei Schwerpunkte haben:
  • Untersuchung der Art und Weise, wie Waren in der Europäischen Union hergestellt und verbraucht werden, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Verbesserung des Öko-Designs und der Beförderung von Wiederverwendung und Reparatur,
  • Ermöglichung informierter Konsumentscheidungen von Verbrauchern und
  • „moving beyond recycling“, damit Abfälle in Bereichen wie Textilien und Bauwesen nicht nur verringert, sondern vollständig vermieden werden.
Da nach wie vor drei Nominierungen auf der Liste der zukünftigen Kommissionsmitglieder fehlen, musste der Start der neuen Europäischen Kommission verschoben werden. Bisher gibt es noch keinen neuen Termin für die formelle Bestätigung der neuen Kommission durch das Europäische Parlament. Die voraussichtliche zukünftige Präsidentin Ursula von der Leyen und ihr Team werden ihr Amt daher frühestens am 1. Dezember antreten können.


Europäischer Rat fordert mehr Anstrengungen bei Kreislaufwirtschaft

Der Rat der Europäischen Union hat den aktuellen Stand der Kreislaufwirtschaft in Europa untersucht und in dem Zuge mehr Anstrengungen in dem Bereich gefordert. Der Rat forderte die Europäische Kommission auf, eine langfristige Strategie mit gezielten Maßnahmen zu entwickeln. Dabei betonte er die Notwendigkeit, die Kreislaufwirtschaft über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu fördern und Verbraucher und Industrie gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen, um die Ziele zu erreichen.

Für die Verbesserung der Zirkularität hält der Rat eine ganze Reihe an Instrumenten für geeignet, zum Beispiel Umweltsteuern, Herstellerverantwortungssysteme oder ein verbessertes Abfallmanagement. Darüber hinaus hob der Rat die Bedeutung verstärkter Investitionen in saubere Technologien sowie transparenterer und vergleichbarerer Ziele für die Steuerung solcher Investitionen hervor.

Weitere Informationen finden Sie hier

Circular Plastics Alliance will mehr recycelten Kunststoff einsetzen

Mehr als 100 öffentliche und private Organisationen aus ganz Europa haben eine Erklärung unterzeichnet, die darauf abzielt, den Anteil von recyceltem Kunststoff in neuen Produkten zu erhöhen. Die so genannte „Circular Plastics Alliance“ hofft, die Menge an recyceltem Kunststoff in der Europäischen Union bis 2025 auf 10 Millionen Tonnen pro Jahr zu erhöhen.

Frans Timmermans, der designierte Vizepräsident der neuen Europäischen Kommission, unterstützt die Initiative: „Ich begrüße die Selbstverpflichtung der Branche, die Art und Weise, wie wir Kunststoffe herstellen und verwenden, zu überdenken. Das effiziente Recycling von Kunststoffen ist ein sehr wirkungsvolles Instrument gegen den Klimawandel und für einen sauberen Planeten.“

Die Erklärung enthält konkrete Strategien zur Erreichung der neuen Ziele, darunter eine Verbesserung des Kunststoffdesigns und der Sammlung von Kunststoffabfällen, die Entwicklung einer Forschungs- und Entwicklungsagenda für Kunststoffe sowie die Einrichtung eines transparenten und zuverlässigen Systems zur Nachverfolgung der Kunststoffströme auf dem Kontinent.


ECHA plant neue Datenbank zur Nachverfolgung gefährlicher Stoffe

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat die Errichtung der in der Abfallrahmenrichtlinie (Artikel 9) vorgeschriebenen Datenbank für besorgniserregende Stoffe in Produkten (substances of concern in products, SCIP) angekündigt. Ein erster Prototyp ist für Anfang 2020 geplant. Weitere Funktionen sollen dann im Jahresverlauf ergänzt werden. Für den 12. November ist ein Stakeholder-Workshop angesetzt, bei dem weitere Informationen bekannt gegeben werden sollen.

Politische Entscheidungsträger erhoffen sich von der SCIP-Datenbank einen Nutzen vor allem für Abfallmanagementfirmen, da aus ihr hervorgeht, welche Produkte direkt recycelt werden können und welche zuvor einer weiteren Verarbeitung unterzogen werden müssen.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssen die Anforderungen der überarbeiteten Abfallrahmenrichtlinie bis Juli 2020 in nationales Recht umsetzen. Unternehmen, die Produkte auf dem europäischen Markt in Verkehr bringen, müssen ab dem 5. Januar 2021 Anmeldungen einreichen.

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Frist für Benachrichtigung an Giftnotzentralen verschiebt sich

Nach anfänglichen Gerüchten (siehe Artikel aus der Septemberausgabe) hat die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) mittlerweile bestätigt, dass die erste Frist für die Benachrichtigung an Giftnotzentralen über das neue Portal verschoben wird. Die ursprünglich für den 1. Januar 2020 geplante Frist wird nun auf den 1. Januar 2021 festgesetzt.

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an der Verabschiedung eines delegierten Rechtsakts, mit dem die erste Frist für Anforderungen nach Anhang VIII verschoben werden soll. Die Verzögerung der Frist ist das Ergebnis von Konsultationen mit Vertretern der chemischen Industrie.

Mit der Anpassung von Anhang VIII werden auch andere Änderungen am ursprünglichen Rechtstext vorgenommen mit dem Ziel, die Anforderungen praxistauglicher zu machen.

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Neue Initiative will Kunststoffrecycling mit Hilfe des Produktdesigns verbessern

Eine neue Initiative will die Recyclingfähigkeit alltäglicher Kunststoffprodukte verbessern. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, des Deutsches Kunststoffzentrums (SKZ) und zweier Partner aus der bayerischen Kunststoffindustrie. Hauptziel des Projekts ist es, den Anteil an recyceltem Kunststoff zu erhöhen. Dies soll unter anderem durch eine Verringerung der eingesetzten Materialien und Komponenten geschehen. Komplizierte Kunststoffprodukte sind häufig nicht recycelbar, da die Materialien nach der Sammlung nicht ausreichend voneinander getrennt werden können.

Jan Werner vom SKZ erklärt den Ansatz des Projektes wie folgt: „Wir konzentrieren uns auf das Produktdesign, da die Recyclingfähigkeit von Designern bislang weitgehend vernachlässigt wurde.“ Das Schließen der Lücke zwischen dem Designer und dem Recycler könne dazu beitragen, die die Recyclingfähigkeit zu verbessern und somit die Recyclingquote zu erhöhen.

Die Wissenschaftler wollen unter anderem eine Softwareplattform schaffen, aus der Informationen zur Recyclingfähigkeit und zu den Materialkombinationen verschiedener Produkte hervorgehen. Das im Juli gestartete Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.


Studie rät von weiteren Stoffbeschränkungen in RoHS-Richtlinie ab

Das Öko-Institut hat im Auftrag der Europäischen Kommission eine Untersuchung zu mehreren in Elektro- und Elektronikgeräten vorhandenen Stoffen durchgeführt. Hintergrund hierfür sind Leitlinien, an denen die Kommission gerade arbeitet und die festlegen sollen, welche Stoffe in welcher Konzentration in neuen Elektrogeräten verbaut werden dürfen.

Zu den vom Öko-Institut untersuchten Stoffen zählen Kobaltdichlorid und -sulfat, Nickelsulfat und -sulfamat, Beryllium und seine Verbindungen sowie Indiumphosphid. Die Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die genannten Stoffe nicht beschränkt werden sollten, da dies negative Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben könnte. Das Öko-Institut hat interessierte Stakeholder aufgefordert, die Ergebnisse zu kommentieren. Von den Rückmeldungen erhofft man sich Erkenntnisse über die Auswirkungen möglicher Beschränkungen.

Weitere Informationen zu der Untersuchung finden Sie hier

Interview mit Gelatex Technologies, Finalist des Green Alley Award

„Dank unserer Technologie können die im Überfluss vorhandenen Abfälle der Leder- und Fleischindustrie sinnvoll genutzt werden.“

Gelatex Technologies aus Estland hat sich im vergangenen Monat gegen mehr als 250 Start-ups durchgesetzt und das Finale des Green Alley Award erreicht. Das Start-up hat eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Leder entwickelt – mit Hilfe von Gelatine aus der Fleisch- und Lederindustrie.

Gelatex-Mitbegründerin Mari-Ann Meigo Fonseca erklärt die Vorteile von Gelatex im Vergleich zu herkömmlichem Leder: „Das Material wird aus Gelatine hergestellt, die wiederum aus den minderwertigen Abfällen der Leder- und Fleischindustrie, insbesondere aus Haut und Knochen, stammt. Dadurch ist es möglich, vom selben Tier bis zu fünfmal mehr Material zu gewinnen. Gelatex ist chemisch identisch mit Leder, besteht jedoch ausschließlich aus natürlichen und ungiftigen Substanzen.“

Veränderte Verbraucherbedürfnisse

Viele Verbraucher kaufen keine Lederprodukte mehr, weil sie keine tierischen Erzeugnisse verwenden oder tragen möchten. Wie reagieren die Gründer von Gelatex Technologies auf diese Veränderungen?

CTO Märt-Erik Martens erklärt: „Wir als Gesellschaft müssen Abfall grundlegend neu interpretieren und leider gibt es in der Leder- und Fleischindustrie immer noch sehr viel davon. Alleine in der Europäischen Union werden fünf Millionen Tonnen Fleischabfälle (25% der gesamten Fleischabfälle) verbrannt oder unter der Erde deponiert. Dank unserer Technologie können wir diese Abfälle als Rohstoff verwenden und ihnen ein zweites Leben ermöglichen.“

Weitere Informationen zu Gelatex finden Sie hier

Interview mit dem Finalisten des Green Alley Award, Flustix

„Nur Verbraucher können wirklich etwas bewirken“

Flustix aus Deutschland hat sich im vergangenen Monat gegen mehr als 250 Start-ups durchgesetzt und das Finale des Green Alley Award erreicht. Flustix hat ein Vertrauenssiegel entwickelt, mit dem die Transparenz erhöht und zugleich das Bewusstsein der Verbraucher geschärft werden soll.

Wie ist Flustix-Gründer Malte Biss auf die Idee gekommen?

„Wenn ich für meine fünfköpfige Familie einkaufe, habe ich am Ende meist einen ganzen Müllsack voller Plastik, welches ich nur einmal benutzt habe. Die Idee zu Flustix entstand aus dem Wunsch heraus, Dinge zu ändern: Es ist ein Vertrauenssiegel zur Kennzeichnung einer nachhaltigen Verwendung von Kunststoffen in Produkten. Ich bin überzeugt, dass Verbraucher zuverlässige Informationen wie ein solches Siegel benötigen, um die gegenwärtige Situation ändern zu können.“

Wettbewerb gegen die großen Akteure der Branche

Viele andere große Lebensmitteleinzelhändler entwickeln derzeit ihre eigenen „Vertrauenssiegel“. Wie reagiert Malte Biss auf die Konkurrenz?

„Die Verbreitung von freiwilligen Selbsterklärungen wird zunehmend kritisiert. Wenn es um den Verzicht von Mikrokunststoffen geht, können Einzelne die Einhaltung derartiger Versprechen nicht beweisen. Im Recyclingsektor gibt es aktuell keine unabhängige Kontrolle und somit keinen Beweis für den angegebenen Prozentsatz an verwendeten Recyclingmaterialien, für die Herkunft der Recyclingmaterialien oder für die Toxine, die in den Recyclingmaterialien enthalten sein können. Insofern handelt es sich also um reine Werbeaussagen. Das Alleinstellungsmerkmal von Flustix ist die Zusammenarbeit mit etablierten Test- und Lizenzpartnern, wie RAL, DIN CERTCO, TÜV oder der Wessling-Group.“

Weitere Informationen zu Flustix finden Sie hier
4 November 2019, Scaling Up 2019 Conference: Delivering a Bio-Circular Economy, Ontario,  Kanada

4 - 5 November 2019, Design & Innovation Forum, Stockholms län, Schweden

5 - 7 November 2019, The 2019 Conference on Canadian Stewardship, Ontario, Kanada

11 - 12 November 2019, The 3rd Indonesia Circular Economy Forum 2019, Jakarta, Indonesien

11 - 14 November 2019, SEA of Solutions: Partnership Week for Marine Plastic Pollution Prevention, Bangkok, Thailand

14 - 15 November 2019, EHS & Sustainability 2019, Barcelona, Spanien

14 - 15 November 2019, E-Waste World Conference 2019, Frankfurt am Main, Deutschland

18 - 19 November 2019, 8th RBF Forum on Sustainable Development themed “CIRCULARITY 2030”, Singapur

18 - 20 November 2019, Evolving Industry 4.0: Circular Supply Chain & Connected Manufacturing, Paris, Frankreich

18 - 20 November 2019, Circular Economy Hotspot Belgium 2019, Brüssel, Belgien 

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