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Juni 2019

INHALTSVERZEICHNIS

WICHTIGE NEUIGKEITEN
EU-Einwegplastikrichtlinie offiziell verabschiedet

NEUES VON LANDBELL GROUP
ERP Deutschland erhöht Sammlung von Altbatterien
Neuigkeiten aus Großbritannien
European Recycling Platform auf EPR-Konferenz in China
ERP und LG Electronics Portugal befördern Debatte über Elektroschrott in Lissabon

WER IST WER BEI LANDBELL GROUP 
Interview mit Simone Klett, Leiterin Human Resources
 
TAKE-BACK
Fokus auf Russland
Schottland führt Pfandsystem für Getränkeverpackungen ein
Neue Transportbestimmungen für Kunststoffabfälle könnten Recycling in der EU beflügeln

CIRCULAR ECONOMY
E-Commerce: Chancen und Risiken für die Kreislaufwirtschaft

CHEMICAL CONTROL
EU-Pläne zur Klassifizierung von Titandioxid stoßen auf Widerstand
Neue Verordnung für den Import und Export von gefährlichen Chemikalien

SOFTWARE
Bewerbungsfrist für Bethnal Green Ventures’ „Tech for Good“-Programm läuft
Prodigentia stellt in Südafrika und Kanada aus


NEUE STUDIEN UND BERICHTE
Textilien sollen neue Priorität in der EU-Kreislaufwirtschaft werden  

INNOVATIONEN UND VORREITER
Fokus auf die Finalisten des Green Alley Awards 2018

TERMINE


EU-Einwegplastikrichtlinie offiziell verabschiedet 

Der Rat der Europäischen Union hat die Richtlinie zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Plastikprodukte auf die Umwelt, auch bekannt als Einwegkunststoffrichtlinie, verabschiedet. Die Richtlinie, die zur drastischen Verringerung der Menge an Plastikmüll führen soll, der momentan seinen Weg in die Ozeane und die Umwelt findet, war Ende letzten Jahres in den Trilog-Verhandlungen vereinbart und im März vom Europäischen Parlament bestätigt worden. Wichtigstes Ziel der Richtlinie ist es, den Eintrag von Kunststoffabfällen in die Ozeane und andere natürliche Umgebungen zu verringern. 

Mit der Richtlinie wird außerdem ein ganzheitlicher Ansatz zur Verringerung der Abhängigkeit von Einwegplastikprodukten in Europa verfolgt, unter anderem mit Hilfe eines Verbots bestimmter Einwegplastikprodukte, Maßnahmen zur Verringerung des Verbrauchs, einer erweiterten Herstellerverantwortung für bestimmte Einwegplastikprodukte und Fischfangausrüstung sowie ein Rücknahmeziel für Plastikflaschen in Höhe von 90 % bis 2029. 

Mit der offiziellen Verabschiedung der Richtlinie haben die Mitgliedsstaaten nun zwei Jahre Zeit, die Vorgaben in nationales Recht zu überführen. Die Veröffentlichung im Official Journal der Europäischen Union sollte in den kommenden Wochen erfolgen.


ERP Deutschland erhöht Sammlung von Altbatterien 

European Recycling Platform (ERP) Deutschland hat seine Sammelquote von Geräte-Altbatterien erneut gesteigert. Insgesamt 1.598 Tonnen hat das herstellereigene Rücknahmesystem im Jahr 2018 gesammelt. Das entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. 

Laut Batteriegesetz müssen sämtliche Rücknahmesysteme mindestens 45% der von ihren Herstellern in Verkehr gebrachten Batterien zurücknehmen und einer Verwertung zuführen. Die dem Rücknahmesystem von ERP Deutschland angeschlossenen Hersteller haben 2018 insgesamt eine Menge von 5.140 Tonnen in Verkehr gebracht, 1.820 Tonnen mehr als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend mehr Altbatterien mussten gesammelt werden, um das 45%-Ziel zu erfüllen. Die von ERP erreichte Sammelquote betrug 47,9%. Der öffentliche Batterie-Erfolgsbericht für 2018 ist hier einsehbar.

Im vergangenen Jahr hat ERP Deutschland seine Webseite überarbeitet, gezielte Aufklärungsarbeit gemacht und die Sammelboxen neu designt, um die Rücknahmemenge zu steigern. Die Kampagne war ein Erfolg: Von den neuen Boxen wurden bisher über 6.300 an hauptsächlich freiwillige Sammelstellen ausgeliefert, darunter 800 Unternehmen, 50 Einzelhändler und 145 Schulen und lokale Verwaltungen. Auf diesem Weg konnten 19,5 Tonnen Altbatterien für das Recycling gesammelt werden. 

Auch in anderen Ländern arbeitet ERP intensiv daran, die Sammlung von Altbatterien zu erhöhen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: ERP UK hat ebenfalls das Design der Sammelboxen überarbeitet und zudem die Online-Werbemaßnahmen hierfür erhöht. ERP Irland betreibt seit 2017 das erfolgreiche Batterierecyclingprogramm „Batterien für Barretstown“. Siehe die unten stehenden Links für weitere Informationen. 

Für weitere Informationen zu den Batterierücknahmelösungen von ERP UK klicken Sie hier
Für weitere Informationen zu den Batterierecyclingprogrammen von ERP Irland klicken Sie hier


Neuigkeiten aus Großbritannien 

Am 9. Mai 2019 war ERP UK Sponsor des Circular Economy Success Awards, der im Rahmen der Awards for Excellence in Recycling and Waste Management im Londoner Landmark Hotel verliehen wurde. Als Gäste von ERP UK waren Vertreter folgender Unternehmen und Institutionen dabei: Hewlett-Packard, Sweeep Kuusakoski, Epson, techUK und dem Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Räume (Defra). Diese diskutierten lebhaft über die aktuellen Themen der Branche und verfolgten die Laudatio von John Redmayne, dem Geschäftsführer von ERP UK, der den Circular Economy Success Award an das Unternehmen Dell EMC für dessen Plastikkreislaufwirtschaftsinitiative Bezel2Bezel verlieh. 

Anfang Mai hat ERP UK seine Stellungnahmen zu den vier Konsultationen eingereicht, die Defra im Rahmen der geplanten Gesetzesreform im Verpackungsbereich eröffnet hatte. Ziel der Konsultation war es, von den relevanten Stakeholdern Einschätzungen zu folgenden Themen einzuholen: erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), einheitliche Sammlungen für das Recycling, Pfandsystem und Kunststoffsteuer. 

Bei einer kürzlich stattgefundenen Diskussionsrunde zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) hat sich Caroline Morrison, die Compliance-Leiterin von ERP UK, zum Finanzierungsaspekt von EPR im Verpackungsbereich geäußert: „Der Aspekt ist sehr wichtig. Wir sprechen über gestaffelte Beteiligungsentgelte und darüber, wer deren Höhe festlegen und entscheiden soll, was recycelbar ist. Es gibt so viele Bereiche in unserer Branche, die alle einen entsprechenden Input benötigen. In der Konsultation wird davon gesprochen, eine Management-Organisation einzuführen, die sich mit all dem befasst, aber damit das funktioniert, müssen Mitarbeiter aus allen Bereichen der Branche im Vorstand dieser Organisation vertreten sein.“ Die vollständige Diskussion finden Sie hier

Ein wichtiges Anliegen von ERP ist, dass gestaffelte Beteiligungsentgelte EU-weit harmonisiert werden. Aus diesem Grund nahm das Unternehmen am 11. und 12. März an zwei Stakeholder-Workshops zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Brüssel teil. Dabei präsentierte ERP den anwesenden Vertretern der Europäischen Kommission, der unabhängigen Beratungsfirma Eunomia und den anderen Teilnehmern seine Empfehlungen zur Einführung gestaffelter Beteiligungsentgelte. Weitere Informationen finden Sie hier

Eunomia führt aktuell zwei Studien mit den Titeln „Wirksamkeit der wesentlichen Anforderungen an Verpackungen und Verpackungsabfälle sowie Vorschläge zu deren Verstärkung“ und „Vorbereitung der Leitlinien der Kommission für Herstellerverantwortungsorganisationen“ durch. ERP wird an den weiteren Workshops zu den wesentlichen Anforderungen und zu EPR teilnehmen. Die fertigen Studien von Eunomia sollen Ende 2019 veröffentlicht werden.

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European Recycling Platform auf EPR-Konferenz in China 

European Recycling Platform (ERP) war Mitorganisator der zwölften Internationalen Konferenz zum Management von Elektroaltgeräten (WEEE) und Altbatterien und zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR), die vom 8. bis 10. Mai im chinesischen Chuzhou stattfand. An der Konferenz, die vom chinesischen Forschungsinstitut für Heimelektronikgeräte (CHEARI) ausgerichtet wurde, nahmen rund 150 Personen teil, darunter Hersteller, Politiker, Wissenschaftler sowie Vertreter von Sammel- und Recyclinganlagen und ausländischen Unternehmen. 

In diesem Jahr drehte sich alles um das Thema EPR. So wurden der Fortschritt des chinesischen EPR-Systems für WEEE beleuchtet und Wege aufgezeigt, wie bestehende Ansätze in China weiter verbessert werden können. Darüber hinaus wurden neben vielen anderen fachspezifischen Themen die neuesten Entwicklungen bezüglich regulatorischer Vorgaben und technologische Fortschritte vorgestellt.

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ERP und LG Electronics Portugal befördern Debatte über Elektroschrott in Lissabon 

Am 22. Mai haben European Recycling Platform (ERP) und LG Electronics gemeinsam einen Elektroschrottgipfel im portugiesischen Lissabon mit dem Titel „Nachhaltige Technologie im digitalen Zeitalter, Realität und Herausforderungen“ veranstaltet. Der Gipfel brachte Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Umweltorganisationen und der portugiesischen Regierung und Umweltbehörde, einschließlich des Umweltministers, zusammen, um den aktuellen Stand der Entsorgung von Elektroaltgeräten in Portugal zu analysieren. 

ERP und LG Electronics Portugal arbeiten zusammen, um das öffentliche Bewusstsein für die von Elektronikschrott ausgehenden Umweltbedrohungen zu schärfen. Weltweit werden nur 15 bis 20% der Elektroaltgeräte recycelt. Die beiden Unternehmen werden bis Ende des Jahres weitere gemeinsame Aktionen initiieren. Die Organisation des Elektroschrottgipfels ist Teil der CSR-Strategie von LG Electronics, deren Hauptziel es ist, ein Managementsystem zu schaffen, das die Umwelt schützt und zu einem sozialen und ökologischen Gemeinwesen beiträgt. 

"Die 1994 festgelegte Umweltstrategie von LG zielt darauf ab, Umweltmanagementsysteme über den gesamten Lebenszyklus seiner Produkte einzuführen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern", erklärt Hugo Jorge, Marketingdirektor von LG Electronics Portugal. „LG ist dabei, einen weltweiten Montageprozess für seine Fernseher aufzusetzen, der es erlaubt, die Geräte so zu zerlegen, dass ein Großteil der Komponenten recycelt werden kann. Denn solange sie richtig behandelt werden, sind Elektroaltgeräte zu fast 100% recycelbar.“ 

„Diese Initiativen sind sehr relevant, weil sie es uns ermöglichen, das Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger Verhaltensweisen zu schärfen“, sagt Rosa Monforte, Geschäftsführerin von ERP Portugal.

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Interview mit Simone Klett, Leiterin Human Resources 

Was ist Ihre Aufgabe bei Landbell Group?
Ich bin Leiterin der Personalabteilung. Als Landbell Group haben wir über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten. Meine Hauptaufgabe ist es daher, die verschiedenen HR-Aktivitäten in den Ländern, in denen wir aktiv sind, zu bündeln. Dies umfasst die Umsetzung der Programme und Initiativen rund um Personalbeschaffung, Leistungsmanagement und -bewertung, Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung, Arbeitskostenmanagement und Personalallokation. Hier in der Konzernzentrale in Mainz erstellen wir auch Statistiken für die Geschäftsleitung.Außerdem kümmern sich meine Kollegen und ich im deutschen HR-Team um unsere in Deutschland ansässigen Mitarbeiter. Jedes Land hat seine eigenen Arbeitsgesetze. Deshalb muss ich mich stark auf die Unterstützung und das Wissen meiner HR-Kollegen aus der ganzen Welt verlassen. 

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen?
Eine meiner wichtigsten Aufgaben ist es, die Vorteile eines starken lokalen Bezugs aufrechtzuerhalten und gleichzeitig alles in ein Gruppenschema zu integrieren. Wir arbeiten in einem herausfordernden, schnelllebigen Umfeld, in dem wir auf neue Situationen reagieren, Organigramme anpassen und sehr schnell Entscheidungen treffen müssen.Eine der großen Herausforderungen, denen wir uns in Zukunft stellen müssen, ist die Einstellung und Bindung von Mitarbeitern. Denn die Anforderungsprofile, die wir bei Landbell Group haben, sind sehr spezifisch. Das geht einher mit einem hohen Engagement der Mitarbeiter: Nur zufriedene Mitarbeiter können gute Arbeit leisten. Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Ausgewogenheit sind die drei Eigenschaften, die für langfristigen Erfolg unerlässlich sind. 

Wie sind Sie zur Landbell Group gekommen?
Ich habe Betriebswirtschaftslehre studiert und ein Diplom in Psychologie. Ich habe im Jahr 2014 bei Landbell angefangen, also genau in dem Jahr, in dem Landbell Group gegründet wurde und wir uns als Unternehmen deutlich internationaler aufgestellt haben. In den vorherigen acht Jahren hatte ich in Spanien gelebt und gearbeitet. Als wir nach Deutschland zurückkehrten, war dies genau das Umfeld, das ich suchte: Ich wollte meine kulturellen Erfahrungen und Sprachkenntnisse nutzen und eine Personalabteilung aufbauen. Die Größe des Unternehmens schien für ein solches Projekt perfekt zu sein, und ich habe die Chance genutzt, um Ideen umzusetzen, Prozesse neu zu strukturieren und gleichzeitig zu expandieren. 

Was tun Sie in Ihrem Privatleben für die Umwelt?
Ich trenne leidenschaftlich gerne Abfälle – das werden Ihnen meine Freunde und Familie gerne bestätigen! In Deutschland machen wir das zwar schon sehr lange, aber es gibt immer noch Verbesserungspotenzial. Zum Beispiel wissen immer noch viel zu wenig Leute, dass man die Aluminiumdeckel vollständig vom Joghurtbecher entfernen und auch nur solche Joghurtbecher kaufen sollte, die mit einem Papier umwickelt sind (nicht die, auf denen der Text direkt auf dem Material aufgedruckt ist). Meine Familie und ich versuchen jetzt, uns daran zu gewöhnen, Obst und Gemüse mit wiederverwendbaren Netzen einzukaufen. Textiltaschen verwenden wir schon lange, also ist das jetzt der nächste Schritt!


Fokus auf Russland 

Das Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) wurde in Russland im Jahr 2015 im Rahmen der Änderung des Gesetzes über Industrie- und Verbraucherabfälle eingeführt. Laut diesem Gesetz sind Hersteller und Importeure für die Sammlung und Erreichung der Rückgewinnungs- und Recyclingziele für eine breite Palette von Produkten (einschließlich Elektroaltgeräte, Batterien und Verpackungen) verantwortlich, die in Russland in Verkehr gebracht werden. 

Das Gesetz bietet den Herstellern grundsätzlich zwei Möglichkeiten, diesen Verpflichtungen nachzukommen: durch Selbst-Compliance (individuell oder zusammen mit anderen) oder durch die Zahlung einer Ökoumlage an den Staat. 

Derzeit sind allerdings Änderungen an diesem System im Gespräch und es könnte gut sein, dass EPR im Jahr 2020 abgeschafft wird. Ein Gesetzesvorschlag des Finanzministeriums aus dem vergangenen Jahr zur Änderung bestimmter Steuerregelungen sieht unter anderem vor, den bisherigen Ansatz durch eine verpflichtende Zahlung der Ökoumlage zu ersetzen. 

Die öffentliche Konsultation des Gesetzentwurfs wurde am 26. April geschlossen. Derzeit läuft eine Gesetzesfolgenabschätzung. Anschließend wird der Entwurf der Regierung vorgelegt. Landbell Group wird die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich genau verfolgen.

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Schottland führt Pfandsystem für Getränkeverpackungen ein 

Schottland hat einen Vorschlag für ein umfassendes Pfandsystem für Getränkeverpackungen ausgearbeitet. Das geplante Programm sieht die Pfandrücknahme aller gängigen Getränkeverpackungen vor – bei einem Pfandbetrag von 20 Pence für PET-Flaschen, Aluminium- und Edelstahldosen sowie Glasflaschen. Der Vorschlag, der von Schottlands Staatssekretärin für Umwelt, Klimawandel und Bodenreform, Roseanna Cunningham, vorgebracht wurde, gilt ausdrücklich nicht für Milchflaschen aus „High-density“-Polyethylen, obwohl man diese zu einem späteren Zeitpunkt hinzunehmen könnte. 

Cunningham betonte, dass die Aufsicht über das Pfandsystem einer gemeinnützigen Organisation aus Erfrischungsgetränkeherstellern und Einzelhändlern obliegt. Die Teilnahme am System ist verpflichtend für alle Einzelhändler, die Getränke an Verbraucher verkaufen. 

Schottland ist der erste britische Landesteil, der ein Pfandsystem einführt. Das System wird voraussichtlich 2020 in Kraft treten.


Neue Transportbestimmungen für Kunststoffabfälle könnten Recycling in der EU beflügeln
 
Europäische und internationale Behörden sind zuversichtlich, dass die Verabschiedung eines neuen Vorschlags der Vereinten Nationen zu einem Anstieg des Kunststoffrecyclings führen wird. Der von Norwegen vorgebrachte Vorschlag wurde in einer UN-Abstimmung nahezu einstimmig angenommen und zwingt Exporteure von Gefahrstoffen und Plastikmüll dazu, vor der Verschiffung ihres Mülls die Zustimmung des Ziellands einzuholen. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Eintrag von Plastikabfällen in die Meere zu verringern und Entwicklungsländern die Abweisung von schlecht recycelbaren Abfällen zu erleichtern. 

Diese Entscheidung ist auch eine Reaktion auf die jüngsten internationalen Entwicklungen. Seit China im vergangenen Jahr ein ähnliches Verbot eingeführt hat, deuten einige Untersuchungen darauf hin, dass erhebliche Mengen nicht recycelbarer Kunststoffabfälle aus den USA und Europa in andere Länder der Region wie Malaysia, Thailand, Vietnam und Taiwan umgeleitet wurden. Indien hat kürzlich ebenfalls ein Einfuhrverbot für Kunststoffabfälle erlassen. 

Durch die neuen Regelungen würden Industrieländer mit einem deutlich höheren Aufkommen an Plastikmüll konfrontiert, was zur einer Verbesserung der Recycling- und Müllvermeidungsstrategien in ganz Europa führen könnte. Länder müssen umfassende Rahmenbedingungen für das Recycling entwickeln, um eine Lösung für die minderwertigen Kunststoffabfälle zu finden, die bisher exportiert oder verbrannt wurden.


E-Commerce: Chancen und Risiken für die Kreislaufwirtschaft 

Im vergangen Jahr hat die Europäische Kommission zusammen mit der Gemeinsamen Forschungsstelle (Joint Research Centre, JRC) eine Studie zum Thema „Identifizierung und Bewertung von Chancen und Risiken für die Kreislaufwirtschaft durch E-Commerce“ veröffentlicht. Im Rahmen der Studie, die von der Beratungsfirma Ramboll Environment & Health GmbH unterstützt wird, wurden zwei Umfragen unter ausgewählten Stakeholdern aus unterschiedlichen Bereichen durchgeführt. Außerdem fand vom 20. bis 21. Mai ein Workshop zu diesem Thema in Sevilla statt, an dem auch European Recycling Platform teilgenommen hat. 

Laut den vorläufigen Ergebnissen der Studie bietet die Digitalisierung viele Chancen zur Entwicklung einer umfassenderen Kreislaufwirtschaft. Auf der anderen Seite lauern allerdings auch Risiken. Zusätzlich zu den Bedenken hinsichtlich negativer Umweltauswirkungen – etwa durch individuelle Lieferungen und Retouren - besteht eine der größten Herausforderungen im Zusammenhang mit E-Commerce in der Einhaltung der gesetzlichen Regelungen, beispielsweise im Hinblick auf die erweiterte Herstellerverantwortung. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Viele Onlinehändler dürften sich der Existenz dieser Vorgaben nicht bewusst sein oder entscheiden sich bewusst dafür, das Fehlen einheitlicher Regelungen und effektiver Rechtsdurchsetzung in den verschiedenen Mitgliedsstaaten auszunutzen und die für sie geltenden Rücknahmeverpflichtungen zu ignorieren. 

Auf dem Workshop haben die Teilnehmer die bisher identifizierten Chancen und Risiken noch einmal gruppiert und priorisiert. Der Abschlussbericht über die Studie wird Ende dieses Jahres erwartet.

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EU-Pläne zur Klassifizierung von Titandioxid stoßen auf Widerstand 

Für ihre Änderungen an der Richtlinie zur Abfallklassifizierung von Titandioxid musste sich die Europäische Kommission harsche Kritik von Stakeholdern gefallen lassen. Sowohl Vertreter der Industrie als auch von Umweltschutzorganisationen zeigten sich verärgert über den Alleingang der Kommission bei der Änderung der technischen Richtlinien. 

Der aktuelle Vorschlag sieht vor, dass für Müll, der in seinem physischen Zustand keinen Gefahrstoff darstellt, die Konzentrationsgrenzen der Abfallrahmenrichtlinie nicht gelten sollen. Titandioxid soll nur in Pulverform als krebserregender Stoff der Kategorie 2 definiert werden. Umweltschutzorganisationen stört diese Festlegung, da sie die Substanz in anderen Aggregatzustände für ebenso krebserregend halten. Der Recyclingsektor ist besorgt, dass Abfall verschiedene Formen von Titandioxid enthalten kann. Titandioxid wird in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, unter anderem in Farben, Sonnenschutzmitteln und Lebensmittelfarben. 

Die neue Kategorisierung, die am 9. Mai auf dem Competent Authorities for REACH and CLP (Caral)-Treffen vorgestellt wurde, enthält Bestimmungen, nach denen Müll als nicht gefährlich eingestuft wird, wenn sich der darin enthaltene Gefahrstoff in einem nicht gefährlichen Aggregatzustand befindet. NGOs halten diesen Umgang mit Titandioxid für einen „sehr beunruhigenden Präzedenzfall“ für andere Gefahrstoffe, während Vertreter der Abfallwirtschaft argumentieren, die neue Richtlinie sei realitätsfern und für ein effektives Recycling hinderlich.


Neue Verordnung für den Import und Export von gefährlichen Chemikalien 

Die Europäische Kommission arbeitet an neuen Bestimmungen für den internationalen Handel mit gefährlichen Chemikalien. Die delegierte Verordnung soll Änderungen an Anhang I und V der Verordnung über den Export und Import von gefährlichen Chemikalien bewirken, wobei Anhang I für Chemikalien gilt, die einem Ausfuhrmeldeverfahren unterliegen, und Anhang V für Chemikalien gilt, über die ein Ausfuhrverbot verhängt wurde. 

Mit der delegierten Verordnung werden die Chemikalienlisten in beiden Anhängen aufgrund von Entwicklungen im EU-Recht geändert. Zwanzig Substanzen werden Anhang I hinzugefügt. Die einzige Substanz, die zur Ausfuhrverbotsliste (Anhang V) hinzukommt, ist Endosulfan, das als Pestizid klassifiziert wurde. Die offizielle Verabschiedung der delegierten Verordnung durch die Kommission wird für das zweite Quartal 2019 erwartet.

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Bewerbungsfrist für Bethnal Green Ventures’ „Tech for Good“-Programm läuft 

Bethnal Green Ventures, Partner von Green Alley Award, hat eine Finanzierungsrunde für Herbst 2019 gestartet und ist auf der Suche nach neuen „Tech for Good“-Gründern, die sie unter ihre Fittiche nehmen können. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 18. Juni. Die Bewerbungsgespräche finden vom 8. bis 12. Juli in London statt. Das Herbstprogramm startet dann am 18. September 2019. 

Bethnal Green Ventures konzentriert sich auf Unternehmen mit hohem Einfluss in den Bereichen Gesundheit, Nachhaltigkeit, Bildung, bürgerschaftliches Engagement sowie Technologien für junge Leute und Arbeitnehmer. Erfolgreiche Bewerber erhalten unter anderem eine Investition in Höhe von 20.000 Pfund für eine Beteiligung von 6%, ein dreimonatiges maßgeschneidertes Programm mit Workshops, Vorträgen und Mentoring sowie Zugang zu einer erfahrenen Community von mehr als 200 Tech-Gründern. 

Bethnal Green Ventures ist seit 2015 Partner von Green Alley Award. Das dreimonatige Support-Programm macht sich die schnelle Skalierbarkeit und die sinkenden Stückkosten zu Nutze, die im Technologiebereich möglich sind. Neue technologische und softwarebasierte Lösungen eröffnen erhebliche soziale und wirtschaftliche Chancen in immer kürzeren Zeiträumen.


Prodigentia stellt in Südafrika und Kanada aus
 
Prodigentia, das zu Landbell Group gehörende Software-Unternehmen, wird in der zweiten Jahreshälfte auf zwei Konferenzen in Südafrika und Kanada ausstellen.
 
Vom 9. bis 11. Juli wird Prodigentia auf der IFAT Africain Johannesburg vertreten sein, Afrikas führender Fachmesse für die Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Recyclingindustrie. In Südafrika müssen Hersteller neuerdings Abfallmanagementpläne vorlegen, mit denen die Deponierung von Altbatterien stückweise zurückgefahren und Herstellerverantwortungssysteme (PROs) für Elektroaltgeräte eingeführt werden sollen. European Recycling Platform (ERP), ein Schwesterunternehmen von Prodigentia, spielt dabei eine aktive Rolle. Siehe hierzu auch die Artikel aus den vorherigen Newslettern zu den WEEE- und Batterie-Symposien, die ERP Anfang dieses Jahres in Südafrika ausgerichtet hat.
 
Darüber hinaus wird Prodigentia vom 5. bis 7. November an der 2019 Conference on Canadian Stewardship in Vancouver teilnehmen. In Kanada ist die EPR-Gesetzgebung äußerst vielfältig und dynamisch und deckt mehrere Abfallströme ab.
 
Prodigentia wird an beiden Konferenzen teilnehmen und seine cloudbasierte Software-Suite für die Kreislaufwirtschaft Circul8 vorstellen. Circul8 Products automatisiert die Herstellermeldungen für PROs und Aufsichtsbehörden.Circul8 Waste koordiniert die Abfall- und Ressourcenmanagementaktivitäten von Kommunen, PROs, Aufsichtsbehörden, Logistikunternehmen, Recyclern und Konsolidierungszentren – und auch von Herstellern, die ihre eigenen Rücknahmeprogramme verwalten möchten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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Textilien sollen neue Priorität in der EU-Kreislaufwirtschaft werden 

Vertreter der Europäischen Kommission, Experten und andere Stakeholder haben auf dem 22. Europäischen Forum für Öko-Innovation vorgeschlagen, Textilien zu einer neuen Priorität der Kreislaufwirtschaftsstrategie der Europäischen Union (EU) zu machen. Auf dem Forum, das am 7. und 8. Mai in Wien stattfand, kam eine Vielzahl von Teilnehmern zusammen, um die nächste Generation umweltfreundlicher Lösungen in der EU zu entwickeln. 

Die Textilbranche stellt mit 1,3 Tonnen pro Kopf den viertgrößten Verbraucher von Primärrohstoffen in der EU dar. Außerdem ist sie die zweitgrößte Branche in der Flächennutzung und die fünftgrößte in der Wassernutzung. Ein Arbeitspapier, das Anfang März veröffentlicht wurde, besagt, dass Schuhe und Bekleidung für 8% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. 

Die Kommission führt Ökodesign, bessere Etikettierung, umweltbewusste öffentliche Beschaffungspolitik und erweiterte Herstellerverantwortung als einige der potenziellen Maßnahmen auf, mit denen die Kreislaufwirtschaft in diesem Bereich angekurbelt werden könnte. Eine der größten Hürden bei der Etablierung einer umfassenderen Kreislaufwirtschaft für Textilien in der EU ist die Abhängigkeit von ausländischer Produktion – im Moment findet nur 15% des Ressourcenverbrauchs wirklich in der EU statt.


Fokus auf die Finalisten des Green Alley Awards 2018 

Refurbed: Von einer einzigartigen Idee zur Forbes-Liste "30 under 30" 

Als refurbed-Mitgründer Peter Windischhofer ein neues Smartphone benötigte, entschied er sich dafür, ein gebrauchtes zu kaufen, weil er von dem Prinzip der Wiederverwendung überzeugt ist. Nach ein paar Wochen war das Telefon allerdings kaputt und er hatte keine Garantie, mit der er sein Geld zurückbekommen hätte. Dies war die Geburtsstunde von refurbed

Mit einer jährlichen Menge von mehr als 50 Millionen Tonnen ist Elektroschrott die weltweit am schnellsten wachsende Abfallart. Das österreichische Startup refurbed, Finalist des Green Alley Awards im Jahre 2018, repariert gebrauchte Smartphones, Tablets, Monitore sowie andere Geräte. Die Produkte, die nach der Reparatur so gut wie neu sind, werden zu niedrigeren Preisen verkauft und besitzen eine einjährige Garantie. 

Peters Entscheidung für eine nachhaltige Variante spiegelt die derzeitige Veränderung des globalen Konsumverhaltens wider: Kaufentscheidungen basieren nicht mehr nur auf Produktqualität und -preisen. Die Verbraucher wollen auch wissen, woher ihre Produkte stammen, wie sie hergestellt wurden und welche Auswirkungen der Produktionsprozess auf die Umwelt hat. Hier sieht Mitbegründer Kilian Kaminski eine Nische für sein Unternehmen: „Wir kaufen elektronische Geräte von großen Marken auf nachhaltige Weise und ohne Risiko und man spart dabei sogar Geld. Mit Hilfe dieser zusätzlichen Vorteile möchten wir diejenigen Menschen überzeugen, die aktuell noch nicht bereit sind, einen zusätzlichen Preis für eine nachhaltige Option zu zahlen.“ 

Seit dem Finale des Green Alley Awards 2018 ist das Unternehmen auf Wachstumskurs und hat 19 weitere Mitarbeiter eingestellt sowie seine Online-Plattform auf Polen und Italien ausgeweitet. Die beiden Gründer Peter Windischhofer und Kilian Kaminski schafften es in diesem Jahr auf die Liste "30 under 30" des Forbes-Magazins und verfolgen im Jahre 2019 eine neue Marketingstrategie - einschließlich ihres ersten eigenen Fernsehwerbespots - um ihre Kundenbasis zu erweitern.

12 Juni 2019, INTERNATIONAL PLASTIC PROCESSING & RECYCLING CONFERENCE 2019, Berlin, Deutschland

12 – 13 Juni 2019, Resourcing the Future 2019, London, England

13 – 14 Juni 2019, 11th World Congress and Expo on Recycling, Edinburgh, Schottland

18 – 20 Juni 2019, Circularity, Minneapolis, Minnesota

1 – 3 Juli 2019, 4th International Conference on New Business Models, Berlin, Deutschland

2 – 3 Juli 2019, International Stewardship Forum, Paris, Frankreich

2 – 3 Juli 2019, Circular Economy - rational use of raw materials, Racławice, Polen

4 Juli 2019, 1st OECD Roundtable on the Circular Economy in Cities and Regions, Paris, Frankreich

8 – 9 Juli 2019, 1st International Conference on Construction Circular Economy, Manchester, England

9 – 11 Juli 2019, IFAT Africa 2019, Johannesburg, Südafrika

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