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Oktober 2018

INHALTSVERZEICHNIS

NEUES VON LANDBELL GROUP
Landbell Group und ERP nehmen an der CARE Innovation Conference teil
Rund um die REACH 2018: Was Sie wissen müssen
Aktuelles zur WEEE-Richtlinie und offener Anwendungsbereich
ERP schließt sich der EU Circular Economy Mission nach Indien an

LANDBELL GROUP STELLT SICH VOR
Interview mit Beth Bidstrup

TAKE-BACK
Neuer OECD-Bericht über erweiterte Herstellerverantwortung und Online-Verkauf
Thailand plant ein Verbot für die Einfuhr von Elektroschrott

CIRCULAR ECONOMY
Europäisches Parlament stimmt für Verbot von Einwegplastik
Eine globale Definition für “Kunststoff-Recyclingfähigkeit“
Unternehmen sind auf der Suche nach neuen Kreislaufwirtschaftsstrategien
FEAD fordert einen Binnenmarkt für recycelte Kunststoffe

CHEMICAL CONTROL
Unternehmen sprechen sich für eine giftfreie Kreislaufwirtschaft aus
Ziel von 21.000 registrierten Chemikalien nicht erreicht

NEUE STUDIEN UND BERICHTE
EU-Projekt zur Verbesserung der Verwertung von WEEE
Fallstudie zum wirtschaftlichen Potenzial der Kreislaufwirtschaft in den USA
Studie belegt das Wachstumspotenzial des europäischen Recyclingmarktes

INNOVATIONEN UND VORREITER
Green Alley Award 2018: Die Finalisten im Interview
Neue Technologie zur Beseitigung von LCD-Abfallbergen

WUSSTEN SIE SCHON, DASS … ?
Europäische Unternehmen forcieren Recycling  

TERMINE


Landbell Group und ERP nehmen an der Care Innovation Conference teil 

Landbell Group und ihr Tochterunternehmen European Recycling Platform (ERP) nehmen an der CARE Innovation Conference am 27. November 2018 in Wien teil. Außerdem sponsert ERP das Event. Im Rahmen der Konferenz werden Marktentwicklungen, Technologiefortschritte und neuste Gesetzgebungen diskutiert.

Während der Konferenz wird Andreas Bohnhoff von ERP Strategien zur Umkehrlogistik für Lithium-Ionen-Batterien vorstellen und erklären, wie die Vorschriften des Europäischen Übereinkommens zur internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR-Richtlinie) eingehalten werden können. Ebenso wird Arne Campen von Landbell Group die EU-Vorschriften bezüglich Geoblocking und Warenverkauf erläutern sowie deren Auswirkungen auf die erweiterte Herstellerverantwortung für Versandhändler elektronischer Geräte konkretisieren.

Das Ziel der CARE Innovation Conference besteht darin, neue und umweltfreundliche Produktentwicklungen der Elektronik- und der Automobilindustrie zu präsentieren und zu diskutieren. Die Konferenz wird von wichtigen Akteuren aus der Industrie sowie von Organisationen relevanter Branchen besucht. 

Mehr zur Konferenz


Rund um die REACH 2018: Was Sie wissen müssen 

Beth Bidstrup, Direktorin für Chemical Stewardship und Risk Assessment bei H2 Compliance, hielt am 27. September einen Vortrag auf der Product Stewardship Conference in Washington DC. Im Rahmen dieser Konferenz treffen sich regelmäßig Fachexperten verschiedener Industriebereiche, um über globale Sicherheits-, Umwelt- und Regulierungsangelegenheiten zu diskutieren.

Beth thematisierte das Missverständnis vieler Unternehmen, die davon ausgehen, dass ihre Verpflichtungen gemäß der REACH-Verordnung mit dem Ablauf der Frist am 31. Mai 2018 beendet seien. Während des Vortrags erläuterte Beth die aktuellen REACH-Herausforderungen und erklärte den Anwesenden die Vorteile des proaktiven Umgangs mit Stoffen. Im Zuge der Sitzung wurde ebenfalls auf wichtige Themen, wie den Brexit eingegangen. 


Mehr auf der Product Stewards Website

Aktuelles zur WEEE-Richtlinie und offener Anwendungsbereich  

European Recycling Platform (ERP) hat eine aktuelle Übersicht der neuen „Open Scope“-Anforderungen der EU-Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) veröffentlicht, die zum 15. August 2018 von den Mitgliedsstaaten in Kraft zu setzen waren. Mit den neuen Anforderungen der WEEE-Richtlinie werden neben dem offenen Anwendungsbereich auch anstelle der bisherigen zehn Kategorien sechs überarbeitete Produktkategorien eingeführt.

Die wichtigste Änderung ist, dass nunmehr der Grundsatz des „offenen Anwendungsbereichs“ gilt, d.h. alle elektrischen und elektronischen Geräte (EEE) in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen, es sei denn, sie sind ausdrücklich ausgeschlossen. Die Einordnung in die sechs neuen Kategorien stützt sich entweder auf die Funktionalität oder auf die Kombination zwischen Funktionalität und Größe des Produkts.

Die neuen Regelungen gewähren den Mitgliedstaaten einen gewissen Spielraum bei der Anpassung des Kategoriensystems, solange sie sich bei ihrem Bericht für die EU-Kommission an die sechs EU-Kategorien halten.

Die Übersicht von ERP enthält eine kurze Zusammenfassung sowie Informationen über den Fortschritt und Abweichungen in der nationalen Umsetzung der neuen Anforderungen der WEEE-Richtlinie in den EU Mitgliedsstaaten und der EFTA-Staaten.
Lesen Sie hier die vollständige Übersicht

ERP schließt sich der EU Circular Economy Mission nach Indien an   

Wie im letzten Newsletter erwähnt, nahm die European Recycling Platform (ERP), ein Unternehmen der Landbell Group, an der Kreislaufwirtschaftsmission der EU nach Indien vom 4. bis zum 7. September teil. ERP wurde von der Europäischen Kommission eingeladen, welche die Delegation führte.

Im Rahmen der Reise und der begleitenden Konferenz konnte ERP in einem Vortrag ihre umfangreichen Erfahrungen aus 25 Jahren erweiterter Herstellerverantwortung in Europa weitergeben. Diese Einblicke wurden insbesondere von indischen Stakeholdern geschätzt, da das Land kurz davor steht, eine erweiterte Herstellerverantwortung für Plastik und Elektroaltgeräte einzuführen bzw. bereits eingeführt hat.

Die regelmäßig stattfindenden Kreislaufwirtschaftsmissionen dienen der Bekanntmachung von nachhaltigen und ressourcenschonenden Verfahrensweisen für Länder außerhalb der EU. ERP hat in der Vergangenheit ähnliche Delegationen nach Chile, China und Südafrika begleitet und wird die Europäische Kommission dabei auch weiterhin unterstützen.
Mehr zu den Circular Economy Missions

Interview mit Beth Bidstrup

Was sind Ihre Aufgaben bei Landbell Group, Frau Bidstrup? 
Als Direktorin des nordamerikanischen Tochterunternehmens von H2 Compliance unterstütze ich das US-Geschäft und die Entwicklung von chemischen Dienstleistungen. Darüber hinaus bin ich für das Management und die Bereitstellung technischer und strategischer Services für Chemikalienrichtlinien wie EU REACH, US TSCA, EU Biozide und GHS weltweit verantwortlich. Mein Job ist sehr abwechselnd, beinhaltet aber in der Regel Unterstützung und Beratung von Unternehmen, Strategie- und Compliance-Dienstleistungen, Kundenmanagement sowie die Führung eines technischen Teams in der EU.
Ich muss meine leitende und geschäftliche Verantwortlichkeit mit der Umsetzung zeitkritischer Projekte in der von den Kunden erwarteten Qualität in Einklang bringen. Aufgrund der Tatsache, dass sich Regularien weltweit schnell ändern können, bedarf es großer Sorgfalt, um die vorgeschriebenen Anforderungen einzuhalten. Aber genau diese Vielfalt und die Kontakte mit Kollegen und Kunden machen meinen Tag abwechslungsreich.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen?
Meine Kunden sollen stets wissen, dass ich ihren Interessen bestmöglich Rechnung trage und jede eventuelle Lösung von allen Seiten betrachte. Eine meiner wichtigsten Aufgaben besteht deshalb darin, meinen Kunden zuzuhören, ihre Probleme und Anliegen zu verstehen und Lösungen anzubieten, die ihren Bedürfnissen unter Beachtung der entsprechenden Vorschriften am besten entsprechen.   
Darüber hinaus vertrete ich H2 Compliance auf nationaler und lokaler Ebene und gehöre dem Vorstand der Society of Chemical Hazard Communications und der Eastern New York Industrial Hygiene Association an. Ich bemühe mich, an Konferenzen teilzunehmen, und habe kürzlich Ende September einen Vortrag anlässlich der Product Stewardship Society Conference gehalten. 

Wie sind Sie zur Landbell Group gekommen?
Ich bin Industriehygienikerin und habe mehr als 20 Jahre lang für die Pharmaindustrie gearbeitet, wo ich für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie für die Verwaltung der europäischen Chemikalienrichtlinien wie REACH und GHS zuständig war. 2010 bin ich dann auf H2 Compliance aufmerksam geworden. Sie suchten jemanden für Aufgaben, für die ich bestens geeignet war. Außerdem hat mir das Unternehmen sehr gut gefallen. 2013 wurde ich Direktorin der H2 Compliance Inc. und stieß anlässlich des Erwerbs der H2 Compliance im Jahr 2016 zur Landbell Group.

Was tun Sie privat für die Umwelt?
Ich verdanke alles meinem 94-jährigen Vater. Er hat mir beigebracht, Zeitungen zu recyceln, Müll aufzusammeln, die Natur nicht mit Giftstoffen zu verschmutzen und zu bedenken, dass jeder Gegenstand ein zweites Leben hat. Im Laufe der Jahre hat er mit der Rückgabe von Plastikflaschen zu 5 Cent pro Stück über 5000 Dollar für seine Enkelkinder gespart. Ich habe mir das zu Herzen genommen und versuche, soweit wie möglich zu recyceln. Ich verschenke Dinge, die ich nicht will oder brauche und hinterlasse bei meinen täglichen Lauf- oder Wanderrunden "keine Spuren". Diese Prinzipien gebe ich auch an meine Kinder weiter.
Übrigens bin ich auch Kapitän des Laufteams der Landbell Group, das Ende August seinen ersten Staffellauf in Norddeutschland absolviert hat: zehn Teammitglieder aus verschiedenen Unternehmen und Ländern sind über 24 Stunden lang 250 Kilometer gelaufen. Ein tolles Beispiel für Teamarbeit!


Neuer OECD-Bericht über erweiterte Herstellerverantwortung und Online-Verkauf  

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat einen neuen Bericht über den Online-Verkauf und seine Auswirkungen auf die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility - EPR) erstellt. Der Bericht unterstreicht, dass der Online-Verkauf Herstellern und Händlern Möglichkeiten für "Free-Riding" und somit auch für die Nichterfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen eröffnet. 

Der Bericht konzentriert sich auf EPR für Elektro- und Elektronikaltgeräte (WEEE). Free-Riding bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Hersteller und Einzelhändler ihren Rücknahmeverpflichtungen nicht nachkommen oder ihren Anteil an den Entsorgungskosten nicht tragen. Schätzungen zufolge betrifft dieses Problem 5% bis 10% des OECD-Marktes für Elektro- und Elektronikgeräte. Das entspricht zwischen 460.000 und 920.000 Tonnen.

Der OECD-Bericht enthält außerdem verschiedene politische Empfehlungen zur Bekämpfung des Free-Ridings, z.B. die Sensibilisierung für rechtliche Verpflichtungen, die Verbesserung ihrer Durchsetzung und die Harmonisierung der EPR-Regelungen.

Hier finden Sie den OECD-Bericht


Thailand plant Verbot für die Einfuhr von Elektroschrott   

Thailand erwägt ein Importverbot für Elektro- und Elektronikaltgeräte (WEEE). Lizenzen für die Einfuhr von Elektroschrott werden nach Aussage des Department of Industrial Works nicht verlängert. Diese Entscheidung ist vermutlich eine Reaktion auf den Umstand, dass mehr als 90.000 Tonnen importierter gefährlicher und elektronischer Abfälle unsachgemäß behandelt wurden. 

Das Land kämpft mit zahlreichen Problemen beim Transport sowie bei der Behandlung und Entsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten. Die Regierung hat Schwierigkeiten, die gesetzlichen Bestimmungen durchzusetzen. Ein Regierungsausschuss arbeitet derzeit an kurz- und langfristigen Maßnahmen zur Bewältigung dieser Probleme, darunter der Austritt aus dem Basler Übereinkommen über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung. 

Seit dem chinesischen Importverbot sind die Abfallausfuhren nach Thailand dramatisch gestiegen, was zu Protesten und Beschwerden der Einwohner in der Nähe von Recyclingfabriken und Deponien geführt hatte.


Europäisches Parlament stimmt für Verbot von Einwegplastikprodukten   

Das Europäische Parlament hat ein Verbot bestimmter Produkte aus Einwegkunststoffen sowie weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der wachsenden Umwelteinträge von Einwegplastik beschlossen. Am 24. Oktober fand die Abstimmung im Plenum des Parlaments statt.

Zu den beschlossenen Maßnahmen gegen die zunehmende Umweltverschmutzung gehören Verkaufsverbote für Einwegplastikprodukte wie Strohhalme und Besteck. Für weitere Produkte wie Tüten und Becher aus Kunststoff sollen die Mitgliedsstaaten Herstellerverantwortungssysteme einführen. Hersteller wären dann verpflichtet, die Kosten für das Einsammeln und Verwerten ihrer Produkte zu übernehmen.

Ursprünglich war auch und etwas unspezifisch vorgesehen, dass die Hersteller für die Kosten für das Aufräumen von herumliegendem Plastikmüll heranzuziehen. Dieser Vorschlag der EU-Kommission wurde aber vom zuständigen Umweltausschuss im Parlament soweit abgeändert, dass nur noch die Kosten für die üblichen Aufräumaktivitäten der Behörden in den Verantwortungsbereich der Hersteller fallen. Die EU-Kommission soll im Rahmen eines Leitfadens detaillierte Vorgaben zur Kostenverteilung erstellen, zu dem die Landbell Group in Zusammenarbeit mit Herstellerverbänden beitragen wird. Ziel muss sein, die Vorgaben so konkret wie möglich zu definieren.

Die EU-Kommission hatte ihren Entwurf der Richtlinie im Mai veröffentlicht. Anschließend hatte der Umweltausschuss im EU-Parlament am 10. Oktober grünes Licht gegeben, jedoch nicht ohne zahlreiche Änderungen an dem Gesetzestext vorzunehmen. Nach der Abstimmung im Plenum geht der Richtlinienentwurf nun in die Trilogverhandlungen mit dem Ziel, den Gesetzgebungsprozessvor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr abzuschließen.



Eine globale Definition für “Kunststoff-Recyclingfähigkeit“  

Um klare Standards zu setzen und einen nachhaltigeren Umgang mit Kunststoffen zu ermöglichen, haben zwei der international führenden Recyclingorganisationen, der Verband Plastics Recyclers Europe und die Association of Plastic Recyclers, eine globale Definition des Begriffs "recyclingfähig" entwickelt. Es hat sich herausgestellt, dass die "Kunststoff-Recyclingfähigkeit" weit über den technischen Recyclingprozess hinausgeht. Die Organisationen haben vier Bedingungen festgelegt, die ein Kunststoffprodukt erfüllen muss, um als recyclingfähig zu gelten:  

  • Der Kunststoff, aus dem das Produkt besteht, muss zwecks Recycling gesammelt werden und einen Marktwert haben.
  • Das Produkt muss in definierte Recyclingströme sortiert werden können.
  • Das Produkt muss mit den kommerziellen Recyclingverfahren kompatibel sein.
  • Der recycelte Kunststoff muss wiederverwendbar sein.
Eine geeignete Definition ist für eine entsprechende Kennzeichnung von Produkten oder Verpackungen als "recycelfähig" von großer Bedeutung. Die Definition muss jedoch noch auf globaler Ebene akzeptiert und angewendet werden.


Unternehmen sind auf der Suche nach neuen Kreislaufwirtschaftsstrategien

Unternehmen, die Kreislaufwirtschaftsstrategien anwenden, haben diverse Vorteile. Die Vorteile für die Umwelt sind eindeutig, aber im Falle ihrer korrekten Umsetzung können diese Strategien auch die Rentabilität von Unternehmen verbessern. Mit der Verabschiedung des Kreislaufwirtschaftspakets der Europäischen Union im April wollen Unternehmen nun Strategien umsetzen, um sich diesen neuen Vorschriften anzupassen und ihre Rentabilität zu steigern. 

Ein in der Harvard Business Review veröffentlichter Artikel beschreibt drei erfolgreiche Strategien: Umsetzung einer modularen Produktarchitektur, Leasing anstelle des Verkaufs bestimmter Produkte und Erweiterung der Möglichkeiten für die Produkt-Überholung (Refurbishing). Durch die Erhöhung der Produktmodularität können einzelne Komponenten leicht ausgetauscht oder repariert werden, während Leasinggeräte ohne Probleme von den Kunden zurückgeholt und anschließend überholt werden können. Dadurch werden die Logistikkosten reduziert, und das Unternehmen kann einen konstanten Produktfluss für den Refurbishing-Prozess sicherstellen. 

Investitionen in die hauseigene Refurbishing-Infrastruktur ermöglichen es den Unternehmen nicht nur, bei der Entwicklung ihrer Produkte die Zerlegung und Überholung zu berücksichtigen, sondern auch, ihren wahrgenommenen Wert höher zu halten: Denn Kunden schätzen von Herstellern überholte Produkte mehr als Produkte, welche von Dritten überholt wurden.

Insgesamt werden die Unternehmen mithilfe der Kombination dieser drei Strategien den Wandel von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft vollziehen können. Diese Strategien können optimale Ausgangspunkte für die Ausarbeitung nachhaltiger und gleichzeitig gewinnbringender Strategien darstellen. 

Mehr dazu im Harvard Business Review

FEAD fordert einen Binnenmarkt für recycelte Kunststoffe  

Die Europäische Föderation der Entsorgungswirtschaft (FEAD) hat konsequente Maßnahmen im Hinblick auf die Kunststoffstrategie der Europäischen Union gefordert. Um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, müsse die EU einen echten Binnenmarkt für recycelte Kunststoffe schaffen. 

Die FEAD fordert verbindliche Regeln für recycelte Materialien sowie eine reduzierte Mehrwertsteuer für Produkte, die recycelte Materialien enthalten. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, den Wettbewerbsnachteil von Recyclingmaterial im Vergleich zu Rohmaterial auszugleichen und somit seine Verwendung zu erhöhen. Darüber hinaus verlangt die FEAD die Einführung von Qualitätsstandards für recycelte Kunststoffe und einen einheitlicheren Rechtsrahmen für die Schnittstelle zwischen Chemikalien, Produkten und Abfällen, um giftfreie Stoffkreisläufe zu schaffen.


Unternehmen sprechen sich für eine giftfreie Kreislaufwirtschaft aus  

Ein von der Nichtregierungsorganisation ChemSec veröffentlichtes Dokument unterstreicht die Absicht von Unternehmen und Handelsgruppen, eine Kreislaufwirtschaft ohne gefährliche Chemikalien zu entwickeln. Das Dokument, das Beiträge von H&M, Ikea, Dell, Shaw Industries, Apple und Lego enthält, fordert die Europäische Kommission auf, bei der Umsetzung ihres Plans zur Förderung von Recycling und Ressourcenschonung individuelle Bedürfnisse und Situationen zu berücksichtigen. 

Der Bericht enthält aktuelle Informationen über die von einzelnen Unternehmen ergriffenen Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Abhängigkeit von nicht recycelbaren Einweg-Kunststoffen. Darüber hinaus betonen die Verfasser des Berichts, dass die Verwendung giftiger Chemikalien vermieden werden sollte, da sonst das Recycling bestimmter Komponenten behindert oder sogar verhindert werden könnte. Die Beschränkung solcher Chemikalien ist für viele dieser Unternehmen der erste Punkt auf ihrem Aktionsplan, denn auf diese Weise können viele Probleme im Zusammenhang mit dem späteren Recycling der Komponenten gelöst werden. 

ChemSec fordert auch eine größere Transparenz mit Bezug auf die Inhaltsstoffe und die recycelbaren Komponenten der Ausgangsmaterialien. 


Ziel von 21.000 registrierten Chemikalien nicht erreicht 

Der durch die Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) in Gang gesetzte 10-jährige Prozess ist nun zu Ende. 

Den Prognosen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zufolge hätten innerhalb der drei Registrierungsfristen 2010, 2013 und 2018 insgesamt 21.000 Chemikalien registriert werden sollen. Während die bisherigen Zahlen deutlich unter diesem Zielwert liegen, betont die Leiterin der Registrierungsabteilung Christel Musset, dass die endgültigen Zahlen nach Abschluss aller Prüfungen höher sein könnten. Darüber hinaus ist die ECHA laut Musset davon überzeugt, dass der Großteil der derzeit auf dem Markt verwendeten Stoffe registriert ist. 

Um die Registrierung weiterer Chemikalien zu fördern, hat die Director’s Contact Group (DCG), eine Plattform der ECHA, eine Empfehlung zur Festlegung der rechtlichen Verpflichtungen aller Parteien veröffentlicht. Zu diesen Verpflichtungen gehören die Bereitstellung von Informationen über Gefahren, Anwendungen und Risikomanagementmaßnahmen, die Koordinierung gemeinsamer Maßnahmen mit Bezug auf regulatorische Bestimmungen, die Verwaltung von Daten und die Kostenteilung. 

Die DCG-Empfehlung finden Sie hier
Für Rückfragen kontaktieren Sie H2 Compliance

EU-Projekt zur Verbesserung der Verwertung von WEEE  

In Europa fallen jährlich 12,3 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte (WEEE) an. Um die Recyclingquoten zu erhöhen, hat die Europäische Union ein Projekt namens "CloseWEEE" finanziert, das darauf abzielt, die Sammlung und Behandlung von WEEE durch die Entwicklung und Umsetzung neuer Instrumente und Methoden zu verbessern. So hat CloseWEEE kürzlich eine neue Behandlungstechnologie auf Basis von Mikrowellen für gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien entwickelt. Das Projektkonsortium umfasst Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV sowie Hersteller von Elektrogeräten wie Philips.
Mehr zu CloseWEEE

Fallstudie zum wirtschaftlichen Potenzial der Kreislaufwirtschaft in den USA   

Ein von der United States Chamber of Commerce Foundation geleitetes Konsortium hat eine Fallstudie über den Aufbau einer öffentlich-privaten Recycling-Partnerschaft veröffentlicht. Dieser Studie zufolge könnte der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 4,5 Billionen US-Dollar in den Vereinigten Staaten bewirken. Die Fallstudie konzentriert sich auf die Region Orlando, wo mit Recyclingmaterialien, die derzeit auf der Deponie landen, über 62 Millionen Dollar eingespart werden könnten. 

Die Verfasser der Studie empfehlen den Aufbau von Netzwerken von Best Practice Recyclern, die Entwicklung regionaler Recyclingpläne, die Förderung von Technologien, die zur Verwertung von Recyclingmaterialien beitragen, und die Umsetzung unterstützender Abfallpolitiken. Darüber hinaus werden öffentliche und private Akteure zur Zusammenarbeit und Ergreifung regionaler Initiativen ermutigt. 

Die Fallstudie wurde von "Beyond 34" erstellt, einem Multi-Stakeholder-Pilotprojekt, das auf die Verbesserung der aktuellen Recyclingquote von 34% in den USA abzielt. Orlando wurde als Pilotstadt ausgewählt, die als Grundlage für die Auswertung dient. Mithilfe der zur Verfügung gestellten skalierbaren Modelle können Gemeinden, Städte und Unternehmen ihre Recycling- und Verwertungsquoten steigern. Schließlich soll mit "Beyond 34" eine marktorientierte Kreislaufwirtschaft in den USA gefördert werden.

Hier finden Sie die Fallstudie

Studie belegt das Wachstumspotenzial des europäischen Recyclingmarktes  

Deloitte Sustainability hat eine länderübergreifende Analyse der Verpackungsabfallströme in Europa veröffentlicht. In dem Bericht wird das Wachstumspotenzial des europäischen Recyclingmarktes errechnet, die Erreichung einer Recyclingquote von 55% bis 2025 in Europa erfordert jedoch eine branchenweite Zusammenarbeit. 

Der Bericht offenbart große Schwankungen bei den Sammel- und Recyclingquoten für verschiedene Verpackungen in den untersuchten Ländern. Verbesserungspotenzial besteht beispielsweise bei der Sammelquote von PET, die derzeit bei rund 53% liegt. Darüber hinaus wird eine große Menge an Kunststoffabfällen in Nicht-EU-Länder exportiert, was laut den Verfassern des Berichtes bedeutet, dass europäische Verwerter hier eine Chance verpasst haben. Darüber hinaus empfiehlt der Bericht, die hohe Komplexität der derzeitigen Recyclingprozesse durch ein umweltfreundlicheres Design zu reduzieren. 

Hier finden Sie die Studie

Green Alley Award 2018: Die Finalisten im Interview      

Am 18. Oktober fand die Preisverleihung des Green Alley Awards 2018 in Berlin statt. Sechs Startups aus der Kreislaufwirtschaft haben ihre innovative Geschäftsidee in einem Live-Pitch vor Publikum und Jury präsentiert. Gewonnen hat das Startup Aeropowder. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe. 

In exklusiven Interviews verraten die Finalisten mehr über ihre Motivation, ihr Alleinstellungsmerkmal und wie sie einen Beitrag zur Circular Economy in Europa leisten können. Das britische Startup Aeropowder erklärt, welche Rolle Federn bei der Herstellung nachhaltiger Isoliermaterialien spielen. Circular IQ aus den Niederlanden gibt Einblicke in die Funktionsweise ihrer Software und wie diese Unternehmen helfen kann, nachhaltiger zu werden. Ecoplasteam aus Italien verraten, welche Innovation hinter ihrem Recycling-Prozess für Tetrapaks steckt. Das tschechische Startup MIWA zeigt, wie man in Zukunft einkaufen wird. Refurbed aus Österreich legt dar, was sie besser machen als die starke Konkurrenz auf dem Elektronikmarkt und das deutsche Startup Superseven setzt ein Zeichen gegen die Vermüllung unserer Ozeane.

Alle Interviews im Green Alley Award Blog

Neue Technologie zur Beseitigung von LCD-Abfallbergen  

Eine Gruppe von Forschern, Recyclern und Ingenieuren hat sich zusammengeschlossen, um zur Lösung des wachsenden Problems der europaweiten Lagerung von LCD-Abfällen beizutragen. 

Die händische Zerlegung dieser Bildschirme ist langsam und teuer und hat die Ansammlung unzähliger LCDs in Recyclinganlagen zur Folge, die nicht mit der Nachfrage Schritt halten können. LCD-Bildschirme können sowohl Quecksilber als auch Flüssigkristalle enthalten, die nach EU-Recht entfernt und ordnungsgemäß verarbeitet werden müssen. 

Eine neue Maschine, die ALR3000, ist in der Lage, 60 LCD-Bildschirme pro Stunde zu verarbeiten. Bisher wurde diese Aufgabe hauptsächlich manuell erledigt. Die Maschine wurde im Rahmen eines dreijährigen Öko-Innovationsprojekts namens ReVolv entwickelt, einem Konsortium unter der Leitung von Votechnik und der University of Limerick. Das ReVolv-Projekt wird nun die Vermarktung der ALR3000 veranlassen. 

Mehr zum ReVolv-Projekt hier

Europäische Unternehmen forcieren Recycling    

Europäische Hersteller von Kunststoffen und Konsumgütern suchen gemeinsam nach Lösungen für den Umgang mit schwer recycelbaren Kunststoffen wie Mehrschichtverpackungen und Polystyrol. 

Die Unternehmen Borealis, Henkel, APK und Mondi arbeiten an einem innovativen Recyclingprozess für Mehrschichtverpackungen, bei dem ein lösungsmittelbasiertes System zur Trennung der Schichten verwendet wird. Eine weitere Partnerschaft zwischen Total, Saint-Gobain, Citeo und Syndifrais testet die Recyclingfähigkeit von Polystyrol, das sehr wenig wiegt und daher schwer zu verarbeiten ist. 

Mit diesen Initiativen reagieren die Unternehmen auf die Pläne der Europäischen Union zur Bekämpfung des wachsenden Umweltproblems der Kunststoffabfälle in Europa.


30 – 31 Oktober 2018, 8th PETAsia & Recycling Outlook, Bangkok, Thailand

26 – 29 November 2018, 7th International Symposium “Going Green – CARE Innovation 2018”, Wien, Österreich

Landbell AG für Rückhol-Systeme
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